Gesund bleiben, statt erst bei einer Erkrankung handeln zu müssen: Unter diesem Leitgedanken stand der erste Bayerische Präventionstag, der am Montag, 12. Oktober 2026, stattfand.
Die Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Krankenkassen (ARGE), die Bayerische Krebsgesellschaft und das Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. machten gemeinsam darauf aufmerksam, wie wichtig vorbeugende Maßnahmen für die Gesundheit der Bevölkerung sind.
Im Mittelpunkt standen insbesondere die Möglichkeiten, durch einen gesunden Lebensstil, Schutzimpfungen und regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen gesundheitliche Risiken zu reduzieren.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufigster Grund für Krankenhausaufenthalte
Wie groß die gesundheitlichen Herausforderungen sind, zeigen Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik.
Demnach waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Jahr 2024 der häufigste Anlass für Krankenhausaufenthalte in Bayern. Rund 390.000 Menschen wurden deswegen stationär behandelt.
Zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören beispielsweise koronare Herzkrankheiten, Herzinfarkte und Herzinsuffizienz.
Viele dieser Erkrankungen entwickeln sich über Jahre hinweg. Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen, Bewegungsmangel, Diabetes oder ungünstige Blutfettwerte können ihre Entstehung begünstigen.
Durch frühzeitiges Erkennen und die Behandlung solcher Risikofaktoren lässt sich das Erkrankungsrisiko häufig deutlich reduzieren.
Gesundheitsvorsorge beginnt bereits im Alltag
Eine wichtige Botschaft des Präventionstages lautete, dass Gesundheitsförderung nicht erst in einer Arztpraxis beginnt.
Bereits alltägliche Gewohnheiten können einen erheblichen Einfluss auf das persönliche Erkrankungsrisiko haben.
Dazu gehören regelmäßige körperliche Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und der bewusste Umgang mit psychischen Belastungen.
Auch der Verzicht auf das Rauchen und ein möglichst geringer Alkoholkonsum können dazu beitragen, das Risiko zahlreicher Erkrankungen zu senken.
Dabei geht es nicht darum, Krankheiten grundsätzlich verhindern zu können. Alter, genetische Veranlagung und andere Faktoren beeinflussen ebenfalls die Gesundheit.
Ein gesundheitsbewusster Lebensstil kann jedoch dazu beitragen, bestimmte Erkrankungen hinauszuzögern, ihre Wahrscheinlichkeit zu verringern und die Lebensqualität zu verbessern.
Krebsfrüherkennung kann Behandlungschancen verbessern
Ein weiterer Schwerpunkt des Präventionstages war die Bedeutung regelmäßiger Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen.
Gerade bei bestimmten Krebserkrankungen können solche Untersuchungen entscheidend sein.
Bei der Darmkrebsfrüherkennung lassen sich beispielsweise während einer Darmspiegelung auffällige Veränderungen und Polypen erkennen. Werden bestimmte Krebsvorstufen rechtzeitig entfernt, kann dadurch die Entstehung von Darmkrebs verhindert werden.
Andere Früherkennungsuntersuchungen dienen vor allem dazu, bereits vorhandene Erkrankungen in einem möglichst frühen Stadium zu entdecken.
Das kann die Behandlungsmöglichkeiten verbessern. Allerdings unterscheiden sich Nutzen und mögliche Nachteile je nach Untersuchung und persönlichem Risiko.
Viele Vorsorgeangebote werden nicht ausreichend genutzt
Obwohl die gesetzlichen Krankenkassen zahlreiche Vorsorge- und Früherkennungsleistungen anbieten, werden diese nach Einschätzung der beteiligten Organisationen noch zu selten wahrgenommen.
Mit dem ersten Bayerischen Präventionstag sollte deshalb stärker auf die vorhandenen Möglichkeiten aufmerksam gemacht werden.
Neben Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung gehören dazu unter anderem Gesundheitsuntersuchungen zur Erkennung bestimmter Risikofaktoren und Krankheiten sowie empfohlene Schutzimpfungen.
Welche Leistungen in welchem Alter sinnvoll sind, hängt unter anderem von persönlichen Risikofaktoren, Vorerkrankungen und den jeweiligen medizinischen Empfehlungen ab.
Versicherte können sich hierzu bei ihrer Hausarztpraxis oder ihrer Krankenkasse informieren.
Gesundheitsförderung ist eine gemeinsame Aufgabe
Die beteiligten Gesundheitsorganisationen betonten anlässlich des Präventionstages, dass erfolgreiche Gesundheitsvorsorge nicht allein in der Verantwortung jedes Einzelnen liegt.
Auch Kommunen, Schulen, Arbeitgeber, medizinische Einrichtungen und politische Entscheidungsträger können die Voraussetzungen für ein gesünderes Leben verbessern.
Dazu zählen beispielsweise Bewegungsangebote, gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen, Aufklärung über Erkrankungsrisiken und ein möglichst einfacher Zugang zu medizinischen Vorsorgeleistungen.
Der erste Bayerische Präventionstag sollte deshalb nicht nur über bestehende Angebote informieren, sondern auch das gesellschaftliche Bewusstsein für die Bedeutung vorbeugender Gesundheitsmaßnahmen stärken.
Vorsorge kann auch in Schweinfurt einen wichtigen Beitrag leisten
Die Botschaft des Präventionstages richtet sich an Menschen in ganz Bayern und damit auch an die Bevölkerung in Schweinfurt und der Region.
Regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen, die Wahrnehmung empfohlener Krebsfrüherkennungsangebote und ein bewusster Umgang mit persönlichen Risikofaktoren können wichtige Bausteine für ein möglichst gesundes Leben sein.
Wer längere Zeit keine Vorsorgeuntersuchung wahrgenommen hat, kann sich in seiner Hausarztpraxis über die individuell empfohlenen Angebote informieren.
Denn je früher gesundheitliche Risiken erkannt werden, desto eher lassen sich geeignete Maßnahmen ergreifen.
