Die geplante Reduzierung von Krankenhausstandorten sorgt bundesweit für Diskussionen über die zukünftige Sicherstellung der klinischen Versorgung – besonders in ländlichen Regionen Bayerns.
Die geplante Reduzierung von Krankenhausstandorten sorgt bundesweit für Diskussionen über die zukünftige Sicherstellung der klinischen Versorgung – besonders in ländlichen Regionen Bayerns.

700 Kliniken vor dem Aus? Aktionsgruppe schlägt Alarm

Region -

Die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ übt scharfe Kritik an der Forderung des Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland von derzeit rund 1.700 auf etwa 1.000 zu reduzieren.

Nach Ansicht der Initiative gefährdet eine solche Reduzierung die flächendeckende klinische Versorgung – insbesondere in ländlichen Regionen Bayerns.

Anzeige
werbung-baerchentreff

Kritik an Einflussnahme auf Gesetzgebung

Klaus Emmerich, Klinikvorstand i.R., erklärt in einer Stellungnahme:
„Mit dieser Forderung nimmt der Gemeinsame Bundesausschuss bewusst Einfluss auf die Gesetzgebung zum Krankenhausreformänderungsgesetz, das in der kommenden Woche abschließend beraten wird. Die Forderung der Bundesländer nach maßvollen Strukturvorgaben und Ausnahmetatbeständen zum Erhalt der flächendeckenden Versorgung wird dadurch untergraben.“

Die Initiative sieht insbesondere die Basisnotfallversorgung in Gefahr und verweist darauf, dass bereits heute keine durchgehend ausreichende flächendeckende Versorgung mit Allgemeinkrankenhäusern gewährleistet sei.

Debatte um den Bundes-Klinikatlas

Zusätzlich kritisiert die Aktionsgruppe die geplante Übergabe des Bundes-Klinikatlas vom Bundesgesundheitsministerium an den Gemeinsamen Bundesausschuss. Nach Darstellung der Initiative bewertet der Klinikatlas nicht die tatsächliche Ergebnisqualität der Krankenhäuser, sondern vor allem strukturelle Kriterien.

Kleine ländliche Krankenhäuser mit begrenztem Leistungsangebot könnten dadurch schlechter eingestuft werden – selbst wenn sie gute Behandlungsergebnisse vorweisen.

Im Zusammenhang mit der Forderung nach einer deutlichen Reduzierung der Krankenhausstandorte befürchtet die Initiative eine mögliche „Zweckentfremdung“ des Instruments.

Forderung nach Erhalt der Kliniken

Die Aktionsgruppe fordert daher den Erhalt einer flächendeckenden klinischen Versorgung in Deutschland und Bayern und wendet sich gegen weitere Klinikschließungen.

Das Krankenhausreformänderungsgesetz soll in Kürze abschließend beraten werden. Die Diskussion um Strukturvorgaben, Leistungsgruppen und Standortfragen dürfte damit weiter an Schärfe gewinnen.

Diesen Beitrag teilen

Facebook
WhatsApp
Email

Weitere Nachrichten

27. Mai 2026
Der Landkreis Schweinfurt nimmt erneut am STADTRADELN teil. Vom 29. Juni bis 19. Juli 2026 können Bürger wieder Fahrradkilometer sammeln. … mehr
27. Mai 2026
Die Johanniter-Kita Wirbelwind setzt auf gebärdenunterstützte Kommunikation, um Kinder spielerisch bei der sprachlichen Entwicklung zu fördern. … mehr
27. Mai 2026
Der Eurojackpot vom 26. Mai 2026 ist geknackt. Die 120 Millionen Euro gehen nach Tschechien. Mehrere Gewinner aus Deutschland sichern … mehr
27. Mai 2026
SKF präsentiert beim Tech & Innovation Summit 2026 innovative Lösungen für mehr Energieeffizienz, Digitalisierung und nachhaltige Industrieprozesse. … mehr
27. Mai 2026
Die Tafel Schweinfurt hat elf Ehrenamtliche erfolgreich zu Ersthelfern ausgebildet. BRK-Ausbilder Rainer Hörmann leitete den praxisnahen Lehrgang. … mehr
27. Mai 2026
Bei einem schweren Verkehrsunfall in Grafenrheinfeld ist ein 59-jähriger Rollerfahrer ums Leben gekommen. Die Polizei ermittelt zum Unfallhergang. … mehr