Grafik des DGB zum Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Schweinfurt mit Arbeitslosenquoten und Rückgang der Ausbildungsplätze.
Der DGB Unterfranken zeigt im aktuellen Arbeitsmarktreport die Entwicklung der Arbeitslosigkeit und den deutlichen Rückgang der gemeldeten Ausbildungsplätze im Agenturbezirk Schweinfurt. Grafik: DGB Unterfranken

Arbeitsmarkt in Schweinfurt unter Druck: Ausbildungsplätze brechen um 15 Prozent ein

Schweinfurt -

Der Arbeitsmarkt in der Region Schweinfurt steht weiter unter Druck. Das zeigt der aktuelle DGB-Arbeitsmarktreport Unterfranken für Juni 2026. Zwar ist die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Schweinfurt im Vergleich zum Vormonat leicht von 3,9 auf 3,8 Prozent gesunken. Gleichzeitig liegt die Zahl der Arbeitslosen aber um 240 Personen höher als vor einem Jahr.

Besonders auffällig ist die Lage in der Stadt Schweinfurt. Dort beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 7,3 Prozent und liegt damit deutlich über dem Wert des Landkreises Schweinfurt mit 2,9 Prozent. Auch in Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Haßberge bleibt der Arbeitsmarkt angespannt.

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Große Sorgen bereitet dem DGB vor allem der Rückgang bei den Ausbildungsplätzen. Im Agenturbezirk Schweinfurt wurden aktuell nur noch 3.359 Ausbildungsplätze gemeldet. Im Vorjahr waren es noch 3.944. Das entspricht einem Minus von rund 15 Prozent.

DGB-Regionsgeschäftsführer Frank Firsching sieht darin ein ernstes Warnsignal. Der leichte Rückgang der Arbeitslosenquote dürfe nicht falsch verstanden werden. Die Arbeitslosigkeit steige trotz Personalabbau in der Industrie nur langsam, weil viele Beschäftigte die Betriebe durch Rentenbezug verlassen und deshalb nicht in der Arbeitslosenstatistik auftauchen.

Firsching fordert deshalb, weiter in Ausbildung zu investieren, um die Region zukunftsfähig zu halten. Die aktuelle Krise dürfe nicht dazu führen, dass junge Menschen schlechtere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt bekommen.

Der DGB Unterfranken warnt zudem vor den Folgen der anhaltenden wirtschaftlichen Flaute. Besonders betroffen seien junge Berufseinsteiger sowie ältere Arbeitnehmer. Während Unternehmen einerseits Stellen abbauen oder weniger neue Arbeitsplätze melden, geraten gleichzeitig Ausbildung und Weiterbildung unter Druck.

Aus Sicht des DGB braucht es deshalb gezielte Investitionen, eine stärkere Industriepolitik und mehr Tarifbindung. Statt ältere Beschäftigte abzubauen, müssten Betriebe stärker in Weiterbildung investieren. Auch der Rückgang der Ausbildungsplätze müsse gestoppt werden, damit der Arbeitsmarkt in Schweinfurt und Unterfranken langfristig stabil bleibt.

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