23. Mai 2024

Bläserphilharmonie Schweinfurt präsentiert „Boléro“ – Gründungsmitglied Matthias Kügler im Interview

Foto: © Hendrik Holnäck
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Baum des Wachstums
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Schweinfurt – Die Bläserphilharmonie Schweinfurt präsentiert am 2. und 3. Februar in Schweinfurt, sowie am 4. Februar in Bad Neustadt sein aktuelles Programm „Boléro“.

Das Orchester hat sich seit seiner Gründung vor über 10 Jahren einen sehr guten Ruf erworben und ist eines der musikalischen Aushängeschilder der Region. In diesem Jahr spielen sie Interpretationen von Werken von Maurice Ravel, Rimski-Korsakow, Alberto Ginastera und Enrique Granados. Musik- liebhaber, Freunde der symphonischen Bläsermusik und alle Neugierigen sind herzlich eingeladen.

Wir sprachen im Vorfeld der Konzerte mit Matthias Kügler. Er ist 1. Klarinettist des Ensembles und als Gründungsmitglied sowie inzwischen als 2. Vorsitzender des hinter dem Orchester stehenden Förder- vereins einer der zentralen Macher.

Der gebürtige Münchner erzählt von den Anfängen seiner musikalischen Reise und wie diese Ihn schließlich nach Schweinfurt an die Musikschule und zur Gründung der Bläserphilharmonie führte.

Frage: Fangen wir doch einmal ganz vorne an: Sie haben schon sehr früh (mit 7 Jahren) angefan- gen, Klarinette zu spielen. Wie kam es dazu?

Kügler: Meine Eltern waren extrem musikbegeistert. Instrumentalunterricht, Literatur, Theater, Opernbesuche und jede Menge Sport waren in meiner Jugend selbstverständlich. Gott sei Dank musste man mich nie zum Üben drängen.

Wann kam dann das Saxofon dazu? Wurde die Klarinette langsam zu eintönig?

Nein, überhaupt nicht! Eintönig ist Musik nur, wenn man langweilig spielt…

Das Saxofon kam am Ende meines Musikstudiums in Hinsicht auf das Unterrichten hinzu und nahm im Laufe der Jahre einen immer größeren Stellenwert ein.

Kam es Ihnen je in den Sinn irgendetwas anderes zu tun als eine musikalische Karriere zu verfol- gen?

Durchaus. Meine Mutter arbeitete für eine Ski-Firma und ich betrieb diesen Sport sehr intensiv und war auch an der Entwicklung neuer Modelle beteiligt. Die Arbeit in der Sportartikelbranche war für mich schon eine Option. Auch Politik und Geschichte hat mich immer sehr interessiert, aber letztend- lich habe ich mich für die Musik entschieden und bin dadurch auch nach Schweinfurt an die Musik- schule gekommen.

2013 haben Sie die Bläserphilharmonie Schweinfurt als Projekt der Musikschule Schweinfurt mitge- gründet. Wie kam es zu dazu, wie sahen die Anfänge des Vereins und des Orchesters aus? Gab es Stolpersteine auf dem Weg?

Der erste Impuls ging von Oberbürgermeister Sebastian Remelé aus, als er den Wunsch nach einer städtischen Blaskapelle äußerte. Das brachte den Stein ins Rollen. In der Region gab und gibt es viele gute Blasmusikerinnen und Blasmusiker. Die Musikschulleitung, Wolfgang Heinrich als erster künstle- rischer Leiter, Thomas Siebenson und viele andere haben von Anfang an mit viel Herzblut zusammen- gearbeitet, um dieses Projekt zu starten.

Probleme tauchen bei der Größe des Projekts und der Anzahl der beteiligten Akteure natürlich auf. Da aber von Anfang an ein guter kollegialer, professioneller und effizienter Spirit im Orchester und Vorstand herrschte, ließen sich die meisten Dinge schnell beheben.

Apropos Vorstand, Sie sind nicht nur dort ein langjähriges Mitglied, sondern auch im Betriebsrat der Musikschule und Sie spielen außerdem noch in anderen Orchestern. Wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Zum Glück habe ich ziemlich viel Energie und Spaß an der Arbeit mit Menschen. Manchmal steht mein Rennrad zu oft unbenutzt im Keller. Auch eine Leidenschaft und zeitintensiv dazu….

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit anderen Musikern im Orchester? Gibt es auch ab und zu Uneinigkeiten?

Nein, überhaupt nicht! Das Orchester besteht zu 90 Prozent aus einem festen Stamm. Wir schätzen uns musikalisch wie menschlich, viele kennen sich schon Jahrzehnte. Sehr wichtig ist die Literaturaus- wahl. Die Stücke müssen das Orchester ansprechen, dürfen weder zu leicht, aber auch nicht so schwer sein, dass sie mit einem Probewochenende nicht zu realisieren sind. Walter Ratzek hat ein super Gespür dafür und natürlich sehr viel Erfahrung.

Wie hat die Zeit in der Bläserphilharmonie Ihre eigene musikalische und persönliche Entwicklung beeinflusst?

Orchesterspiel war für mich Jahrzehnte lang Symphonieorchester von Mozart bis Strawinsky. Eine völlig andere Literatur und niemals mehrere Klarinetten, die eine Stimme spielen. Das war anfangs eine Herausforderung, da sich Klarinetten nicht so gut mischen wie eine Geigengruppe. Ich musste lernen, wie ich meine klangliche Vorstellung in einer Gruppe gleicher Instrumente verwirklichen kann, was auch für meinen Unterricht an der Musikschule sehr wertvoll ist.

Als Konzertmeister und Vorstand kann ich mich während der Probenphase und vor und während des Konzertes nicht nur um mich selbst kümmern. Dabei entspannt und trotzdem fokussiert zu sein, fällt mir nicht immer leicht. Aber man wächst ja an seinen Aufgaben.

Gibt es spezifische Fähigkeiten oder Kenntnisse, die Sie durch die Mitgliedschaft und Zusammenar- beit in der Bläserphilharmonie entwickelt haben?

Natürlich gibt es ein paar handwerkliche Dinge, gerade in Hinblick auf Balance und Intonationsarbeit in Größeren Ensembles, die uns Walter Ratzek an die Hand gegeben hat, aber im Endeffekt geht es für mich um ganz andere Dinge: die positive Energie der Truppe zu spüren, Spielfreude über die Rampe zu bringen und das Publikum zwei Stunden gut zu unterhalten.

Haben Sie eine besonders bedeutende oder inspirierende Erfahrung mit dem Orchester?

Als wir 2013 starteten, war die Szene der symphonischen Blasorchester noch sehr viel kleiner. Es hat sich seitdem sehr viel getan. Unser allererstes Stück war Wagners Meistersinger Ouvertüre. Uns ge- genüber saß im Schweinfurter Theater ein skeptisch-neugieriges Publikum. Die meisten Zuhörerin- nen und Zuhörer wussten nicht, was auf sie zu kam. Wir eroberten den Saal quasi im Handstreich. Das war sehr cool.

Meine beiden Solokonzerte, das Klarinettenkonzert von Artie Shaw und die Rhapsodie von Claude Debussy in der fantastischen Instrumentation von Walter Ratzek sind natürlich persönliche Höhe- punkte in der Vielzahl wunderbarer Stücke in den letzten 10 Jahren.

Die anstehenden Konzerte der Bläserphilharmonie tragen den Titel Boléro. Wie sind Sie auf das Thema gekommen?

Wir versuchen, jedes Jahr dem Publikum etwas Neues zu bieten. Dieses Jahr ganz ohne Solisten, ohne Gesang, Themenschwerpunkt Spanien und Südamerika. Und den Boléro lieben die Menschen, zu Recht, das Stück ist einfach magisch.

Abschließend: Was kann das Publikum von den Konzerten im Februar erwarten?

Sehr viel rhythmische Energie, klangliche Raffinesse, bekannte Melodien, Drama – denn wir spielen ja auch einen Tango – und jede Menge südamerikanische Lebensfreude.

Zur Person: Matthias Kügler begann bereits im Alter von sieben Jahren seine Reise in die Welt der Klarinette. Unter der Anleitung von Joachim Olszewski, dem Bassklarinettisten des Symphonieorches- ters des Bayerischen Rundfunks, entwickelte der gebürtige Münchner sein Können und erlangte schon in jungen Jahren Anerkennung durch Preise beim renommierten Wettbewerb „Jugend musi- ziert“.

Das Musikstudium führte Matthias Kügler schließlich nach Franken. In Würzburg absolvierte er sein Examen mit Auszeichnung. Es folgte das Meisterklassen Diplom an der Musikhochschule Lübeck.

Im Jahr 1999 entstand seine Solo-CD in Zusammenarbeit mit der württembergischen Philharmonie Reutlingen, gefolgt von beeindruckenden Auftritten als Solist mit Orchestern in Deutschland, Italien und Spanien.

Seit 1997 teilt Kügler sein umfassendes Wissen als Dozent für Klarinette und Saxofon an der Musik- schule Schweinfurt und engagiert sich unter anderem als Gründungsmitglied, Notenwart und Kon- zertmeister in der Bläserphilharmonie Schweinfurt.

Vorverkauf

Karten gibt es im Vorverkauf für die Schweinfurter Konzerte für 25 €, für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Behinderte mit Ausweis zum ermäßigten Preis von 22 €.

Für das Konzert in Bad Neustart gilt 23€ regulär und 20€ ermäßigt. Abendkasse jeweils erhöhter Preis. Vielleicht eine Idee für ein wunderbares Weihnachtsgeschenk – schenken Sie Kultur. Das macht glücklich. Garantiert.

Der Vorverkauf läuft bereits auf Hochtouren.

Schweinfurt, evang. Gemeindehaus, 02.02.2024 und 03.02.2023, jeweils 19:30 Uhr Bad Neustadt, Stadthalle, 04.02.2024, 18:30 Uhr

Tickets gibt es über

➤ www.blaeserphilharmonie-schweinfurt.de ➤ www.reservix.de

 

In Schweinfurt

➤ Buchhandlung Collibri und

➤ Tourismusinformation 360°

und in Bad Neustadt bei den bekannten Vorverkaufsstellen

➤ Stadthalle Bad Neustadt und

➤ Dürninger Tabakladen