17. Juni 2024

Unterhaltung und Weltdeutung – Das Sinfonieorchester Con Brio spielt Mozart und Mahler

Con Brio (c) Claudia Heysel, (c) Robert Poorten
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Bad Kissingen – In den Winterkonzerten des Würzburger Sinfonieorchesters Con Brio stehen zwei der bedeutendsten Werke des klassisch-romantischen Musikrepertoires auf dem Programm: die Sinfonie in D-Dur KV 385 (die sogenannte Haffner-Sinfonie) von Wolfgang Amadeus Mozart und Gustav Mahlers „Lied von der Erde“, eine breit angelegte sinfonische Kantate nach Worten von Hans Bethge.

Für das Mahler-Werk konnten zwei großartige Sänger gewonnen werden: Die Altpartie singt die Mezzosopranistin Rita Kapfhammer, eine gesuchte Interpretin aller wichtigen Opern-Partien ihres Fachs und darüber hinaus eine viel beschäftigte Konzertsängerin. Die Tenorpartie übernimmt Ray M. Wade Jr., auch er ein international renommierter Künstler, der auf vielen wichtigen Opernbühnen das Publikum begeistert und überdies mit CD- und Rundfunkaufnahmen präsent ist. Die Leitung des Konzertes liegt in den bewährten Händen von Prof. Gert Feser.

Das Hauptwerk des Abends, das „Lied von der Erde“, leitet den letzten Abschnitt im Schaffen von Gustav Mahler ein. 1908 geschrieben, werden die sechs Sätze der Lied-Sinfonie von ganz unterschiedlichen Stimmungen geprägt. Insgesamt dominiert aber doch resignative Melancholie und das Gefühl eines unausweichlichen und nahen Endes. Das gilt besonders für den mit „Abschied“ überschriebenen letzten Satz, der persönliche Befindlichkeiten Mahlers ebenso wie den allgemein morbiden Geist des Fin de Siècle mit grandiosen musikalischen Formulierungen erfasst. Dabei zieht der Komponist von der wuchtigen Klangentfaltung des ganzen Orchesters bis hin zur zarten Pianissimo-Zweistimmigkeit alle Register des spätromantischen Ausdrucks.

Am Beginn des Konzertes steht die berühmte Haffner-Sinfonie von Wolfgang Amadeus Mozart, ein prächtiges Beispiel klaren und formstrengen klassischen Komponierens. Zwischen den kraftvollen und virtuosen Ecksätzen finden sich ein ruhig dahinfließendes Andante und ein lustig stampfendes Menuett mit einem wunderbar liedhaften Trio. Die Sinfonie entstammt – anders als Mahlers bürgerliche Weltdeutungsmusik – einer höfischen Sphäre und will, freilich mit großer geistiger Tiefe, repräsentieren und unterhalten.