Themenwoche „Toxisches Männerverhalten auf Datingplattformen“ – Tag 3
Thema heute: Gaslighting in Chats – wenn aus Nachrichten Manipulation wird
In unserer Themenwoche beleuchten wir typische Muster toxischen Männerverhaltens auf Datingplattformen, erklären psychologische Hintergründe und zeigen, woran man problematische Dynamiken früh erkennt.
Gaslighting gehört zu den gefährlichsten Verhaltensmustern in Online-Datingsituationen. Dabei werden Nachrichten gezielt so formuliert, dass Zweifel an der eigenen Wahrnehmung entstehen. Viele Betroffene berichten erst im Rückblick, wie subtil diese Form der Manipulation beginnt – oft mit harmlos wirkenden Fragen oder Vorwürfen.
Typische Beispiele sind Aussagen wie:
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„Das habe ich so nie gesagt.“
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„Du reagierst völlig übertrieben.“
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„Du bildest dir da etwas ein.“
Mit jeder solchen Aussage verliert das Gegenüber ein Stück Selbstsicherheit. Besonders perfide: In Chats lässt sich jedes Wort nachlesen – doch toxische Personen versuchen trotzdem, die Erinnerung und Wahrnehmung des Gegenübers zu verdrehen.
Warum passiert das?
Gaslighting ist selten Zufall. Es dient oft dazu, Kontrolle zu gewinnen, Grenzen zu verschieben und das Gegenüber emotional abhängig zu machen. Wer sich ständig rechtfertigt, verliert eigene Bedürfnisse aus dem Blick.
Woran erkennst du Gaslighting frühzeitig?
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Du zweifelst plötzlich an Dingen, die du sicher wusstest.
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Diskussionen drehen sich immer darum, wie du „angeblich falsch reagierst“.
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Dein Gegenüber nimmt keine Verantwortung für verletzende Aussagen.
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Kritik wird umgedreht und landet wieder bei dir.
Wie schützt man sich?
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Nachrichtenverläufe nicht löschen – sie zeigen schwarz auf weiß, was wirklich gesagt wurde.
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Bei wiederholtem Gaslighting konsequent Grenzen setzen oder den Kontakt abbrechen.
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Mit Freunden über Situationen sprechen: Außenstehende erkennen Muster schneller.
Gaslighting ist kein Missverständnis, sondern ein klares Warnsignal. Wer früh darauf reagiert, schützt sich vor emotionaler Abhängigkeit – online wie offline.
