Die Vollversammlung der IHK Würzburg-Schweinfurt hat sich bei ihrer Sommersitzung mit Klimaschutz und Erbschaftsteuer beschäftigt. Im öffentlichen Teil sprach Bundesforschungsministerin Dorothee Bär über die Bedeutung von Forschung, Technologie und Raumfahrt für Mainfranken.
Die Sitzung fand bei der Technologie- und Gründerzentrum GmbH am Würzburger Hubland statt. Die Unternehmer verabschiedeten zwei Positionspapiere, mit denen die IHK ihre Forderungen an die Politik formuliert.
IHK setzt beim Klimaschutz auf Emissionshandel
Das Papier „Klimaschutz mit der mainfränkischen Wirtschaft“ aktualisiert die klimapolitischen Positionen der IHK in fünf Punkten. Klimaschutz müsse als globale Aufgabe verstanden und international abgestimmt werden. Nationale Alleingänge seien nach Ansicht der regionalen Wirtschaft zu vermeiden.
Als zentrales Instrument setzt die IHK auf den Emissionshandel. Statt staatlicher Detailsteuerung und vorgeschriebener Technologien brauche es verlässliche Rahmenbedingungen. Innovation und Wettbewerb sollten innerhalb dieser Vorgaben die besten Lösungen hervorbringen können.
Neben der Reduzierung von Treibhausgasen fordert die IHK gezielte Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Unternehmen, Infrastruktur und Wirtschaftsstandorte müssten widerstandsfähiger werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau einer Kreislaufwirtschaft. Dafür sollen regulatorische Hemmnisse abgebaut, die Ressourceneffizienz verbessert und geschlossene Stoffkreisläufe geschaffen werden.
Verlässliche Regeln bei der Erbschaftsteuer gefordert
Das zweite Positionspapier beschäftigt sich mit der Erbschaftsteuer. Das Thema gewinnt angesichts zahlreicher bevorstehender Unternehmensnachfolgen auch in Mainfranken an Bedeutung. Zusätzlich prüft das Bundesverfassungsgericht derzeit erneut die geltenden Regelungen.
Die IHK fordert eine mittelstandsfreundliche Erbschaftsteuer, die Unternehmensnachfolgen erleichtert, Investitionen sichert und Arbeitsplätze erhält. Zusätzliche Steuerbelastungen lehnt die Kammer ab.
Die bestehenden Verschonungsregelungen sollen erhalten bleiben. Gleichzeitig fordert die IHK eine Anpassung der Freibeträge an die wirtschaftliche Entwicklung, weniger Bürokratie und eine realistische Bewertung von Unternehmen.
„Für die Firmen im IHK-Bezirk ist es entscheidend, dass Unternehmensübertragungen nicht zu Liquiditätsengpässen führen oder Investitionen und Fortführungen gefährden“, erklärte IHK-Präsidentin Caroline Trips. Klare und verlässliche Regelungen seien die Voraussetzung für Planungssicherheit.
Dorothee Bär sieht Chancen für Mainfranken
Dorothee Bär besuchte die IHK-Vollversammlung erstmals seit ihrer Ernennung zur Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt. In ihrem Gastvortrag stellte sie die Chancen der Innovationsregion Mainfranken heraus.
Nach Einschätzung der Ministerin entsteht Innovation dort, wo kompetente Menschen ihre Ideen umsetzen und dafür die notwendige Unterstützung erhalten. Forschungspolitik müsse dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken und neue Entwicklungen schneller in die praktische Anwendung zu bringen.
Bär verwies dabei auf die Hightech Agenda Deutschland und die geplante Transfer-Agenda. Ziel sei es, die Wertschöpfung in Deutschland zu stärken und technologisches Wissen für die Wirtschaft der Zukunft zu sichern.
21,9 Milliarden Euro für Forschung und Technologie
Die Bundesministerin berichtete außerdem über den Entwurf des Bundeshaushalts 2027. Dieser sehe einen Etat von 21,9 Milliarden Euro für Forschung, Technologie und Raumfahrt vor.
Davon könnten auch Einrichtungen in Mainfranken profitieren, die unter anderem in den Bereichen Robotik, Quantenphysik und Lebenswissenschaften tätig sind. Bär verwies zudem auf neun Kleinsatelliten „Made in Würzburg“, die unter anderem zur Verbesserung von Klimavorhersagen eingesetzt werden sollen.
Um Forschungsergebnisse schneller auf den Markt zu bringen, sei eine enge Zusammenarbeit mit den Unternehmen der Region erforderlich. Dabei sollen auch öffentlich-private Partnerschaften eine wichtige Rolle spielen.
