Symbolbild: Leeres Klinikbett mit durchgestrichenem Verbotssymbol als Hinweis auf geplanten Bettenabbau in bayerischen Krankenhäusern.

Kritik an bayerischer Krankenhausplanung: Aktionsgruppe fordert Aufklärung

Ebern -

Die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ fordert von der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit, Prävention und Pflege, Judith Gerlach, eine umfassende und transparente Aufklärung über die aktuelle Krankenhausplanung im Freistaat. Hintergrund ist eine kürzlich veröffentlichte Pressemitteilung des Ministeriums zu Beschlüssen des bayerischen Krankenhausplanungsausschusses, der zufolge die stationäre Versorgung in Bayern „gut aufgestellt“ sei.

Dieser Einschätzung widerspricht die Aktionsgruppe deutlich. Nach ihrer Analyse seien in rund 160 Postleitzahlregionen in Bayern Menschen nicht mehr innerhalb von 30 Fahrzeitminuten an eine stationäre Klinik angebunden. Gerade bei Notfällen könne dies lebensentscheidende Folgen haben.

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Kritik am Bettenabbau

Ein zentraler Kritikpunkt ist der geplante Abbau von Klinikbetten. Zwar würden einzelne Krankenhäuser ausgebaut, doch gleichzeitig käme es durch Standortschließungen und Konzentrationen zu einem Nettoabbau von Behandlungskapazitäten.

Als Beispiele nennt die Aktionsgruppe:

  • In Schongau wird das Krankenhaus mit 163 Betten geschlossen, während das Krankenhaus Weilheim gleichzeitig ausgebaut wird. Unter dem Strich würden dennoch Klinikbetten abgebaut.

  • Ähnlich sei die Situation in der Region Haßberge: Dort soll das Krankenhaus Ebern mit 50 Betten zum 31. Dezember 2025 geschlossen werden, während das Klinikum Haßfurt eine Erweiterung auf 170 Betten erfährt. Trotz Ausbau sei dies ein Nettoverlust an Versorgungskapazität.

Nach Ansicht der Initiative zeigen diese Beispiele, dass dem Ausbau einzelner Standorte häufig Schließungen anderer Kliniken gegenüberstehen – was langfristig zu weniger Krankenhäusern und insgesamt weniger Klinikbetten führe.

Forderung nach Transparenz

Die Aktionsgruppe fordert deshalb von der bayerischen Gesundheitsministerin:

  • eine offene und transparente Informationspolitik zur Krankenhausplanung

  • eine klare Kommunikation darüber, wie viele Klinikstandorte und Betten künftig tatsächlich in Bayern vorgesehen sind

  • eine ehrliche Bewertung der Auswirkungen der Krankenhausreform für die Bevölkerung

Die Bürgerinnen und Bürger hätten nach Auffassung der Initiative ein Recht auf umfassende und verständliche Informationen über die Zukunft der stationären Gesundheitsversorgung.

Gerade auch mit Blick auf die geplante Schließung der Haßberg-Klinik in Ebern wird vor einer weiteren Verschlechterung der medizinischen Grundversorgung in ländlichen Regionen gewarnt. Nach Angaben der Initiative wären dann rund 8.000 Menschen von einer stationären Versorgung innerhalb von 30 Minuten abgeschnitten.

Quelle: Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“

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