Trotz schwieriger Ausgangslage blickt das unterfränkische Handwerk positiv auf das Ausbildungsjahr 2025 zurück. Insgesamt 2.612 junge Menschen haben im vergangenen Jahr eine Ausbildung im Handwerk begonnen – ein leichtes Plus von 0,6 Prozent gegenüber 2024. Bemerkenswert: Aufgrund der Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) fehlte 2025 ein kompletter Abiturjahrgang auf dem Ausbildungsmarkt.
„Ein gutes, wirklich bemerkenswertes Signal“, nennt Michael Bissert, Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken, diese Entwicklung. Das leichte Wachstum wertet er als Erfolg der Ausbildungsbetriebe und der intensiven Nachwuchsarbeit: „Handwerk bietet Zukunft. Weder künstliche Intelligenz noch globale Krisen werden das Handwerk verdrängen. Im Gegenteil: Handwerk ist nachhaltige, sinnstiftende Arbeit.“
Handwerk als starker Integrationsmotor
Besonders deutlich zeigt sich die Integrationsleistung des Handwerks. 547 junge Menschen aus verschiedenen Nationen begannen 2025 eine Ausbildung in Unterfranken. Damit liegt der Anteil der Auszubildenden mit ausländischem Hintergrund bei 21 Prozent – fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und zehn Prozentpunkte mehr als 2023.
„Das unterstreicht die Offenheit unserer Betriebe und die starke Integrationskraft des Handwerks“, so Bissert. Gleichzeitig benennt er auch Herausforderungen: Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede und rechtliche Unsicherheiten erschweren teilweise die Ausbildung. Besonders in der überbetrieblichen Ausbildung, etwa im Lebensmittelhandwerk, seien mangelnde Deutschkenntnisse ein großes Hindernis.
Stolz zeigt sich die Handwerkskammer über ein besonderes Projekt: 23 junge Menschen aus Nepal starteten 2025 eine Ausbildung in Unterfranken. Gemeinsam mit dem Nepal Secretariat of Skills and Training werden gezielt gut vorbereitete Bewerber an Betriebe vermittelt. Insgesamt stammen die aktuellen Auszubildenden aus 89 verschiedenen Nationen.
Breite Mischung bei Schulabschlüssen
Auch bei den Schulabschlüssen zeigt sich das Handwerk breit aufgestellt. Die größte Gruppe bilden Auszubildende mit Mittelschulabschluss (40,8 Prozent), gefolgt von Realschulabsolventen (37,2 Prozent). Der Anteil der Abiturienten sank aufgrund des fehlenden Jahrgangs auf 8,2 Prozent. Dagegen stieg der Anteil junger Menschen mit ausländischem Schulabschluss auf neun Prozent.
„Die breite Streuung zeigt, dass das Handwerk für jeden jungen Menschen passende Perspektiven bietet“, betont Bissert.
2.300 freie Lehrstellen für 2026
Für das kommende Ausbildungsjahr stehen die Zeichen ebenfalls gut. Bereits jetzt sind rund 2.300 freie Lehrstellen in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer für Unterfranken registriert. 2.553 Betriebe boten 2025 Ausbildungsplätze an – ein Plus von 1,2 Prozent.
Der Ausblick bleibt optimistisch: „Wir haben jetzt im dritten Jahr in Folge ein leichtes Plus verzeichnet. Diese Serie wollen wir auch 2026 fortsetzen“, so Bissert.
Informationen zu Ausbildungsberufen und Karrieremöglichkeiten finden Jugendliche unter www.die-passende-ausbildung.de oder über die Hotline der Handwerkskammer unter 0931 / 30908-3333.
