19. Juni 2024

IT-Problemen bei der Postbank

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Verbraucherschutz – Sascha Straub, Referatsleiter Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Bayern, zu den Problemen der Deutschen Bank bei der IT-Umstellung ihrer Tochtergesellschaft Postbank.

„Die Deutsche Bank kann entgegen eigener Ankündigung ihren Zeitplan für die Problembehebung durch die IT-Umstellung bei der Postbank nun doch nicht einhalten. Obwohl Kundinnen und Kunden der Postbank seit über einem Jahr mit erheblichen Leistungseinschränkungen zu kämpfen haben, hat die Deutsche Bank bislang nur warme Worte für die Betroffenen übrig.

Nach geltendem Recht hat die Bank finanzielle Konsequenzen nur dann zu fürchten, wenn einzelne Kunden ihre Schadensersatzansprüche geltend machen. Ein überschaubares Risiko für die Bank.

Wenn sich Banken erlauben können, ihre Leistungsverpflichtungen über Monate hinweg zu vernachlässigen, dann muss der Preis dafür spürbar erhöht werden. Um dies zu erreichen und gleichzeitig Geschädigten künftig einfacher zu ihrem Recht zu verhelfen, brauchen wir einen gesetzlich pauschalierten Schadensersatz bei Störungen von Bankdienstleistungen. Jedes Kreditinstitut sollte zudem verpflichtet werden, die Voraussetzungen zu schaffen, damit Kunden diese Ansprüche jederzeit, einfach und digital anmelden können.“

Hintergrund: 
Gesperrte Konten, nicht ausgeführte Überweisungen und unbearbeitete Betrugsfälle: Tausende Kundinnen und Kunden berichten seit Monaten von teils katastrophalen Problemen bei Postbank und DSL Bank. Auslöser war die IT-Migration zum Mutterkonzern Deutsche Bank. Betroffene können auf Schadensersatz hoffen, müssen dafür aber aktiv werden. Eine pauschale Erstattung lehnt die Deutsche Bank ab, obwohl die Probleme ausschließlich von ihr verursacht worden sind. Jeder Fall soll einzeln geprüft werden.