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Schweinfurt führt City-Maut für Fußgänger ein – Die neue Lösung für klamme Stadtkassen?

Citiy Maut am Marktplatz
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Schweinfurt – Schweinfurt überrascht mit einer unerwarteten Neuerung: Ab dem 10. April wird die Stadt eine City-Maut für Fußgänger einführen. Bürgermeister Sebastian Remelé gab heute in einer Pressekonferenz bekannt, dass diese Maßnahme Teil eines umfassenden Plans ist, um die finanziellen Herausforderungen der Stadt zu bewältigen. „Wir müssen neue Wege finden, um unsere klammen Stadtkassen zu füllen“, erklärte er.

Die Details der City-Maut

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Ab dem 10. April müssen alle Fußgänger, die die Innenstadt betreten, eine kleine Gebühr zahlen. Je nach Aufenthaltsdauer und Zielort variiert die Gebühr. Wer sich nur kurz in der Innenstadt aufhält, zahlt einen Euro. Wer die gesamte Einkaufsstraße durchqueren möchte, muss mit einer Gebühr von drei Euro rechnen. Besonders beliebt dürften „Premium-Routen“ werden, die über die historischen Plätze führen – hier kostet der Eintritt bereits fünf Euro.

„Unsere Innenstadt ist das Herz von Schweinfurt, und wir wollen sie nicht nur für Touristen, sondern auch für unsere Bürger noch attraktiver machen“, erklärte Bürgermeister Remelé weiter. „Die Einnahmen aus der Maut werden direkt in die Verbesserung öffentlicher Plätze, die Schaffung von Grünflächen und den Ausbau des Nahverkehrs fließen.“ Ein weiterer wichtiger Verwendungszweck der Einnahmen ist die Unterstützung des lokalen Einzelhandels. Die Stadt plant, einen Teil der Mautgelder für die Subventionierung von Mietflächen in der Innenstadt zu nutzen. Ziel ist es, die Mieten für Einzelhändler zu senken und so mehr Geschäfte in die Innenstadt zu locken.

„Mit dieser Maßnahme wollen wir den Einzelhandel wieder attraktiver machen und eine lebendige, vielfältige Einkaufslandschaft schaffen. Durch günstigere Mietpreise können wir insbesondere kleinen und mittleren Händlern helfen, sich in der Innenstadt zu etablieren“, so Remelé weiter.

Die Reaktionen der Bürger

Die Reaktionen auf die neue Mautregelung sind gemischt. Einige Bürger zeigen sich begeistert von der Idee. „Endlich wird die Innenstadt noch schöner! Das Geld aus der Maut wird hoffentlich für die Stadtentwicklung gut genutzt“, so ein Schweinfurter, der regelmäßig in der Stadt einkaufen geht.

Doch nicht jeder ist überzeugt. Einige kritische Stimmen befürchten, dass die Maut zu einer Belastung für die Bürger wird. „Ich zahle doch schon genug Steuern! Warum muss ich jetzt noch für das Laufen durch die Stadt bezahlen?“, äußert sich ein empörter Anwohner.

Digitale Lösungen für die Mautzahlung

Die Stadt hat bereits eine App entwickelt, mit der Fußgänger ihre Mautgebühren schnell und unkompliziert bezahlen können. Die „Schweinfurt-Maut“-App ist kostenlos erhältlich und ermöglicht es, sich die Gebühren direkt von der Kreditkarte abzubuchen oder über ein Guthabenkonto zu begleichen. Wer seine Gebühr nicht über die App zahlen möchte, kann auch an einem der neuen Maut-Terminals in der Innenstadt bezahlen.

Nachhaltigkeit oder Gängelung?

Die Stadtverwaltung betont, dass die Maut nicht nur der Finanzsituation zugutekommen soll, sondern auch dem Umweltschutz. Ein Teil der Einnahmen wird in Projekte zur Förderung des Radverkehrs fließen, um den Umstieg auf nachhaltige Mobilität zu fördern. Ob die Fußgänger-Maut tatsächlich einen positiven Effekt auf die Stadtkassen hat oder ob sie die Bürger verärgert, bleibt abzuwarten.

Fazit

Schweinfurt hat mit der Einführung der City-Maut einen Schritt gewagt, der in deutschen Städten bislang einmalig ist. Ob die Maßnahme in der Bevölkerung gut ankommt oder ob sie sich als Flop entpuppt, wird die Zukunft zeigen. Für die Stadtkassen jedoch könnte die Fußgänger-Maut eine durchaus lohnenswerte Einnahmequelle darstellen, die zudem den Einzelhandel durch subventionierte Mietflächen unterstützt und die Innenstadt für Händler und Käufer gleichermaßen wieder attraktiver macht.

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