Gekochte Eier gehören zu den beliebtesten Zubereitungsarten in Deutschland. Fast die Hälfte der Bevölkerung bevorzugt sie klassisch gekocht – deutlich vor Rühr- oder Spiegelei. Doch rund um die richtige Zubereitung ranken sich bis heute einige Mythen. Eine häufig gestellte Frage: Sollte man Eier vor dem Kochen anpiksen?
Die Idee dahinter klingt plausibel: Beim Erhitzen dehnt sich die Luft im Inneren des Eis aus. Durch ein kleines Loch in der Schale soll sie entweichen können – und so verhindern, dass das Ei platzt.
Doch laut Expertinnen und Experten ist dieser Trick nicht notwendig. „Tatsächlich gibt es keinen Beleg dafür, dass das wirklich funktioniert“, erklärt Ernährungsexpertin Katharina Holthausen von der Verbraucherzentrale Bayern.
Viel entscheidender ist ein anderer Punkt: Eier sollten rechtzeitig aus dem Kühlschrank genommen werden, bevor sie ins heiße Wasser kommen. So wird der Temperaturunterschied reduziert – und das Risiko, dass die Schale reißt, sinkt deutlich.
Zusätzlich empfiehlt es sich, die Eier vorsichtig mit einem Löffel ins Wasser zu legen. Auf diese Weise lassen sich feine Haarrisse vermeiden, die oft die eigentliche Ursache für platzende Eier sind.
Haltbarkeit von gekochten Eiern
Besonders zu Ostern stellt sich auch die Frage nach der richtigen Lagerung. Wer gekochte Eier aufbewahren möchte, sollte auf zwei Dinge verzichten: das Anpiksen und das Abschrecken mit kaltem Wasser.
Der Grund: Durch starke Temperaturunterschiede können feine Risse in der Schale entstehen. Diese sind mit bloßem Auge oft nicht sichtbar, ermöglichen aber Mikroorganismen, in das Ei einzudringen.
Hart gekochte Eier mit unbeschädigter Schale sind im Kühlschrank bei Temperaturen zwischen zwei und sechs Grad Celsius dennoch überraschend lange haltbar – bis zu vier Wochen.
