Fassade eines Gerichtsgebäudes mit Säulen und dem Schriftzug Gericht – Symbolbild zum Cold Case Cornelia Hümpfer

Schweinfurt: Mordfall Cornelia Hümpfer – Ex-Soldat legt Revision gegen lebenslange Haftstrafe ein

Schweinfurt - KOLITZHEIM. Mehr als vier Jahrzehnte nach dem gewaltsamen Tod der 18-jährigen Cornelia Hümpfer aus Franken sorgt der Fall erneut für Schlagzeilen. Nachdem das Landgericht Schweinfurt den mutmaßlichen Täter – einen ehemaligen US-Soldaten – Ende Juli 2025 zu lebenslanger Haft verurteilt hat, ist das Urteil nun angefochten worden. Die Verteidigung des inzwischen 71-Jährigen hat Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt.

Cornelia Hümpfer war am 20. April 1978 unweit von Kolitzheim im Landkreis Schweinfurt mit 14 Messerstichen brutal getötet worden. Erst Jahrzehnte später führten neue kriminaltechnische Methoden – insbesondere DNA-Spuren an einem Kleidungsstück der jungen Frau – zu einem Durchbruch in den Ermittlungen. Der damals in Schweinfurt stationierte US-Soldat geriet dadurch ins Visier der Ermittler.

Anzeige
werbung-nuus

Während der Verhandlung hatte das Landgericht keine Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Auch Aussagen von Bekannten und der späteren Ehefrau des Mannes stützten die Anklage. Demnach soll die junge Frau eine Affäre mit dem US-Soldaten gehabt haben – und ihm gegenüber geäußert haben, seine damalige Ehefrau über die Beziehung und eine mögliche Schwangerschaft zu informieren. Die Tat wertete das Gericht daher als heimtückisch und aus niederen Beweggründen begangen.

Der Angeklagte, der die Tat bis zuletzt abstritt, zeigte sich emotional im Prozessverlauf. Seine Verteidigung forderte einen Freispruch und sieht das Urteil als nicht haltbar an. Mit der nun eingelegten Revision wird sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall befassen – das Urteil ist daher noch nicht rechtskräftig.

Der Fall Cornelia Hümpfer gilt als einer der bekanntesten Cold Cases in Unterfranken. Er zeigt exemplarisch, wie durch moderne Spurensicherung und hartnäckige Ermittlungsarbeit auch Jahrzehnte alte Verbrechen noch aufgeklärt werden können.

Diesen Beitrag teilen

Facebook
WhatsApp
Email

Weitere Nachrichten

17. September 2026
Björn Wortmann ist neuer Geschäftsführer der DGB-Region Unterfranken. Er folgt auf Frank Firsching, der die Region 24 Jahre lang geleitet … mehr
17. September 2026
SKF trennt in Schweinfurt Automobil- und Industriegeschäft auch räumlich. Der Börsengang von SKF Vertevo an der Nasdaq Stockholm ist für … mehr
17. September 2026
Ein 17-jähriger Radfahrer wurde zwischen Mönchstockheim und Donnersdorf von einem Auto erfasst und verletzt. Die Polizei sucht einen weißen Kombi. … mehr
17. September 2026
Eine 18-Jährige soll in einem Linienbus nach Schweinfurt unsittlich berührt worden sein. Die Polizei sucht den unbekannten Mann und Zeugen … mehr
17. September 2026
Die CSU-Kreistagsfraktion Schweinfurt informiert sich auf der SüdLink-Baustelle über Baufortschritt, Zeitplan und Auswirkungen auf die Landwirtschaft. … mehr
17. September 2026
Felix Richter vom Cycling Team Schweinfurt erreicht beim Rennsteig Gravel in Oberhof Platz sieben. Auch Heiner Schubert und Jan Kauffels … mehr