Der öffentliche Personennahverkehr in Unterfranken ist im Jahr 2025 mit rund 83 Millionen Euro gefördert worden. Besonders relevant für die Region Schweinfurt: Seit dem 1. Januar 2025 gehört die Stadt Schweinfurt gemeinsam mit dem Landkreis offiziell zum neuen Nahverkehrsverbund Mainfranken (NVM) – und damit zu einem deutlich größeren Verbundgebiet als bisher.
Die von der Regierung von Unterfranken verwalteten Mittel stammen aus dem bayerischen Staatshaushalt und wurden unter anderem für neue Fahrzeuge, Infrastrukturprojekte, vergünstigte Schülerfahrkarten und Ausgleichszahlungen im Zusammenhang mit dem Deutschlandticket eingesetzt.

Deutschlandticket sorgt für Ausgleichszahlungen
Ein großer Anteil der Förderung floss 2025 in Ausgleichsleistungen für Verkehrsunternehmen. Hintergrund: Durch die Einführung des Deutschlandtickets (seit 1. Mai 2023) und des Bayerischen Ermäßigungstickets (seit 1. September 2023) entstanden Mindereinnahmen bei Verkehrsunternehmen, die durch Bund und Freistaat Bayern ausgeglichen werden.
Allein für diese tariflichen Mindereinnahmen wurden im Jahr 2025 Ausgleichsleistungen in Höhe von 35,506 Millionen Euro gezahlt.
Neuer Nahverkehrsverbund Mainfranken: Schweinfurt jetzt mit drin
Für Schweinfurt ist vor allem der Start des Nahverkehrsverbunds Mainfranken (NVM) ein entscheidender Schritt. Der neue Verbund löste den bisherigen Verkehrsverbund Mainfranken (VVM) ab und wurde deutlich ausgeweitet: Neben Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart gehören seit 2025 auch die Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Haßberge und Schweinfurt sowie die Stadt Schweinfurt dazu.
Mit einer Fläche von über 7.000 Quadratkilometern und rund einer Million Menschen ist der NVM der drittgrößte Verkehrsverbund in Bayern.
Zum offiziellen Verbundstart überreichte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter eine symbolische Fördertafel über 3,2 Millionen Euro. Gefördert werden damit unter anderem Fahrgastinformationssysteme, Vertriebs- und Haltestelleneinrichtungen, einheitliche Designs sowie zusätzliche Kosten im Schienenpersonennahverkehr.
Neue Busse – Fokus auf Klimabusse
Ein weiterer Schwerpunkt der ÖPNV-Förderung in Unterfranken lag 2025 auf der Modernisierung von Busflotten. Dabei geht es besonders um sogenannte Klimabusse, also emissionsarme oder emissionsfreie Fahrzeuge.
Insgesamt wurden mit 5,375 Millionen Euro die Anschaffung von 50 neuen Niederflurbussen gefördert – darunter acht rein elektrisch betriebene Busse. Die unterfränkischen Verkehrsunternehmen investierten dafür mehr als 15 Millionen Euro netto. Alle Fahrzeuge erfüllen die Anforderungen der Barrierefreiheit.
365-Euro-Ticket jetzt im gesamten Verbundgebiet
Für viele Familien in Schweinfurt dürfte besonders die Ausweitung des 365-Euro-Tickets wichtig sein: Zum 1. August 2025 wurde das Ticket auf das gesamte Verbundgebiet ausgeweitet.
Damit können Schüler und Auszubildende für 365 Euro im Jahr ganztägig Bus- und Bahnverbindungen im NVM nutzen. Der Freistaat Bayern trug dafür 2025 im Bereich des allgemeinen ÖPNV rund 8,718 Millionen Euro.
Geld für Ausbildung, Infrastruktur und flexible Angebote
Auch der Ausbildungsverkehr bleibt eine zentrale Säule der Finanzierung. Hier wurden 2025 13,981 Millionen Euroals Hilfen für Landkreise und kreisfreie Städte ausgezahlt.
Zusätzlich gingen 10,196 Millionen Euro als sogenannte ÖPNV-Zuweisungen an Landkreise und kreisfreie Städte. Diese Mittel können die Kommunen nach eigenem Ermessen nutzen – etwa für Linienerweiterungen, Verdichtungen, neue Kooperationen oder Angebotsverbesserungen.
Außerdem wurden 2025 unter anderem gefördert:
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14 Projekte für ergänzende Nahverkehrsangebote (z. B. Rufbus, On-Demand) mit insgesamt 2,49 Millionen Euro
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Digitalisierungsprojekte mit rund 70.000 Euro
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ÖPNV-Infrastrukturmaßnahmen (z. B. Haltestellen, Busbahnhöfe, P+R, B+R, Fahrgastinfos) mit rund 1,63 Millionen Euro
Fazit: Schweinfurt mittendrin statt am Rand
Mit dem Start des Nahverkehrsverbunds Mainfranken und der breiten Förderung im Jahr 2025 wird deutlich: Schweinfurt ist beim Thema ÖPNV nicht mehr nur „mitgemeint“, sondern ein fester Bestandteil der unterfränkischen Mobilitätsstrategie. Die Mittel sollen langfristig dazu beitragen, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver, moderner und im Alltag besser nutzbar zu machen – sowohl in der Stadt als auch im Landkreis.