Pendlerinnen und Pendler müssen sich am 14. April auf Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat in mehreren bayerischen Städten – darunter auch Schweinfurt – zu einem Warnstreik aufgerufen.
Hintergrund ist die laufende Tarifrunde im Nahverkehr. Am 15. April gehen die Verhandlungen in die fünfte Runde. Um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, sollen die Beschäftigten bereits am Vortag ihre Arbeit niederlegen.
Neben Schweinfurt sind unter anderem auch München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Fürth, Bayreuth, Dachau, Passau und Landshut betroffen. In Aschaffenburg wird ebenfalls gestreikt, allerdings sind dort laut ver.di kaum Auswirkungen für Fahrgäste zu erwarten. Die S-Bahn ist von dem Streik nicht betroffen, da sie unter einen anderen Tarifbereich fällt.
Das fordert ver.di
Die Gewerkschaft ist den Arbeitgebern nach eigenen Angaben bereits entgegengekommen und fordert aktuell:
- Eine Entgelterhöhung von insgesamt 550 Euro in zwei Schritten
- Laufzeit des Tarifvertrags: 24 Monate
- Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit – insbesondere zur Entlastung im Fahrdienst
- Mindestruhezeit von 11 Stunden
- Begrenzung der Schichtdauer auf maximal 11 Stunden
Nach Angaben von ver.di seien diese Maßnahmen notwendig, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Sicherheit im Fahrbetrieb zu gewährleisten.
Kritik an den Arbeitgebern
Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Arbeitgeber bislang kaum Verhandlungsbereitschaft zeigen. Auch bei zentralen Punkten wie Arbeitszeitverkürzung und Ruhezeiten gebe es keine Annäherung.
Sinan Öztürk, stellvertretender Landesbezirksleiter von ver.di Bayern, betont:
„Auch die Kolleginnen und Kollegen im ÖPNV leiden unter den hohen Energiepreisen. Daher ist es nun endlich an der Zeit, dass sich die Arbeitgeber bewegen und ein akzeptables Angebot vorlegen.“
Auch Branchenkoordinatorin Katharina Wagner unterstreicht die Bedeutung der Forderungen:
„Die Begrenzung der Schichtlänge ist ein wichtiger Beitrag zum Gesundheitsschutz und letztlich auch zur Sicherheit der Fahrgäste.“
Auswirkungen für Fahrgäste
Welche konkreten Einschränkungen in Schweinfurt zu erwarten sind, ist derzeit noch nicht im Detail bekannt. Fahrgäste sollten sich jedoch auf Ausfälle und Verzögerungen im Busverkehr einstellen.
ver.di zeigt Verständnis für mögliche Unannehmlichkeiten, betont jedoch, dass die Probleme langfristig nur politisch gelöst werden können. Insbesondere fordern die Gewerkschafter eine stärkere finanzielle Unterstützung des Nahverkehrs durch Bund und Länder.
Fazit:
Der Streik am 14. April dürfte auch in Schweinfurt spürbare Auswirkungen haben. Für viele Pendler heißt es: Alternativen planen und mehr Zeit einrechnen.
