Seit der Einführung des Tankrabatts zum 1. Oktober 2026 sind die Kraftstoffpreise in Deutschland deutlich gesunken. Nach einer aktuellen Auswertung des ADAC vom 7. Oktober profitieren Autofahrer jedoch noch nicht vollständig von der steuerlichen Entlastung. Besonders bei Super E10 sieht der Automobilclub weiteren Spielraum für niedrigere Preise an den Tankstellen.
Während die Dieselpreise innerhalb einer Woche deutlich nachgegeben haben, bleibt der Rückgang bei Benzin hinter der rechnerisch möglichen Entlastung zurück.
Super E10 und Diesel deutlich günstiger als vor einer Woche
Nach Angaben des ADAC kostet ein Liter Super E10 derzeit im bundesweiten Durchschnitt 2,126 Euro. Das sind 13,2 Cent weniger als in der Vorwoche.
Noch stärker fiel der Preisrückgang beim Diesel aus. Für einen Liter müssen Autofahrer aktuell durchschnittlich 2,233 Euro bezahlen. Innerhalb einer Woche entspricht das einem Rückgang um 17,6 Cent.
Trotz dieser Entwicklung bleibt das allgemeine Preisniveau für Kraftstoffe hoch.
ADAC sieht bei Benzin noch erheblichen Spielraum
Nach Einschätzung des ADAC wird die steuerliche Entlastung beim Diesel bereits zu einem großen Teil an die Verbraucher weitergegeben.
Anders sieht es bei Super E10 aus. Hier liegt die Preissenkung mit 13,2 Cent je Liter unter dem rechnerisch möglichen Rückgang von rund 17 Cent.
Damit ergibt sich eine Differenz von etwa 3,8 Cent je Liter gegenüber der rechnerischen Entlastung. Ob diese Differenz vollständig auf eine unzureichende Weitergabe des Tankrabatts zurückzuführen ist, lässt sich daraus allein allerdings nicht ableiten. Auch andere Faktoren beeinflussen die Kraftstoffpreise.
Der ADAC fordert die Mineralölunternehmen dennoch auf, die steuerliche Entlastung vollständig an die Autofahrer weiterzugeben.
Ölpreis gesunken – schwächerer Euro wirkt entgegen
Neben der steuerlichen Entlastung beeinflussen vor allem die Rohölpreise und der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar die Entwicklung der Spritpreise.
Nach Angaben des ADAC kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent am 6. Oktober zum Handelsschluss rund 100 US-Dollar. Das waren etwa drei US-Dollar weniger als eine Woche zuvor.
Gleichzeitig hat der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren und zuletzt den schwächsten Stand seit Mai 2025 erreicht.
Ein schwächerer Euro verteuert grundsätzlich den in US-Dollar gehandelten Rohölimport. Sinkende Ölpreise können dagegen zu einer Entlastung beitragen.
Insgesamt sieht der ADAC angesichts der Entwicklung weiterhin Möglichkeiten für niedrigere Benzin- und Dieselpreise.
Wann ist Tanken am günstigsten?
Autofahrer können unabhängig von der allgemeinen Preisentwicklung durch die Wahl des richtigen Tankzeitpunkts Geld sparen.
Der ADAC empfiehlt aktuell, möglichst kurz vor 12 Uhr zu tanken. Nach seinen Beobachtungen sind die Kraftstoffpreise zu diesem Zeitpunkt im Tagesverlauf besonders niedrig.
Pünktlich um 12 Uhr steigen die Preise häufig deutlich an. Anschließend sinken sie im weiteren Tagesverlauf schrittweise wieder.
Zusätzlich lohnt sich der Vergleich verschiedener Tankstellen. Gerade innerhalb einer Stadt oder Region können die Preisunterschiede erheblich sein.
Tankstellenpreise vergleichen und Geld sparen
Für den direkten Preisvergleich empfiehlt der ADAC seine kostenlose Spritpreis-App „ADAC Drive“. Damit können Autofahrer die aktuellen Benzin- und Dieselpreise von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland abrufen.
Auch für Autofahrer in Schweinfurt und dem Landkreis kann sich ein Vergleich vor dem Tanken lohnen.
Die Entwicklung der kommenden Tage wird zeigen, ob die Mineralölunternehmen die aus Sicht des ADAC noch bestehende Preissenkungsmöglichkeit nutzen.
Quelle: ADAC e.V., Kraftstoffpreisauswertung vom 7. Oktober 2026.
