22. April 2024

1400 Euro mehr im Monat für Frauen – mit Tarifvertrag

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Frankfurt am Main – Eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes für die IG Metall zur Metall- und Elektroindustrie zeigt: In tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie (M+E) ist die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern deutlich kleiner. Dort beträgt sie 11 Prozent, während sie in nicht-tarifgebundenen Betrieben bei 18 Prozent liegt.

Auch beim Entgelt zeigt sich deutlich, wie sehr Frauen von Tarifverträgen profitieren: Frauen mit Tarifvertrag in der M+E-Industrie verdienen pro Stunde 9,65 Euro mehr als Frauen ohne Tarifvertrag. Im Durchschnitt heißt das monatlich: Mit Tarifvertrag der M+E verdienen Frauen im Monat 1.400 Euro mehr als ohne.

Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall betont die Bedeutung dessen am heutigen Equal Pay Day: „Von guten Tarifverträgen profitieren Frauen sehr. Und wir als Gesellschaft profitieren, wenn mehr Frauen arbeiten. Die Entgeltlücke, der zum Equal Pay Day besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird, muss sich schneller schließen, wenn wir mehr Frauen in der Erwerbsarbeit haben wollen – in Zeiten des Fachkräftemangels ein no-brainer!“

  • Auswertung des Statistischen Bundesamtes zeigt große Unterschiede im Verdienst von Frauen – mit Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie gibt es mehr
  • Erste Vorsitzende Christiane Benner: „Wir brauchen mehr Frauen in der Erwerbsarbeit. Gute Tarifverträge, familienfreundliche Politik und faire Steuermodelle sind dabei wichtig.“

Aber nicht nur Tarifverträge tragen dazu bei, mehr Frauen für die Arbeitswelt zu gewinnen. Entscheidend ist vor allem eine gute und zuverlässige Kinderbetreuung. Mit aktuell ca. 400.000 fehlenden Plätzen ist Deutschland von einer guten Betreuungs- situation weit entfernt. Familienfreundliche Politik beginnt aber schon sehr viel früher. Um auch das andere Elternteil so früh wie möglich in die gemeinsame Betreuung einzubinden, ist die geplante Familienstartzeit ein sinnvolles Mittel. Dafür soll dieses in den ersten beiden Wochen nach einer Geburt eine bezahlte Freistellung in Anspruch nehmen können.

Christiane Benner hat dazu eine klare Botschaft an die Politik: „Für die Gleichstellung ist es wirklich wichtig, dass die Familienstartzeit jetzt schnell auf den Weg gebracht wird. Für andere Elternteile, meist Väter, muss klar sein: Ich kann mich von Anfang an um mein Kind kümmern, ich bin ein gleichberechtigter Elternteil. Das wirkt langfristig!“

Lob hat Christiane Benner für die Pläne, die Lohnsteuerklassen 3 und 5 abzuschaffen. „Das ist eine gute gleichstellungspolitische Maßnahme. Wenn kleinere Einkommen, häufig die der Frauen so anders besteuert werden, dass monatlich mehr übrigbleibt, kann das eine gute Motivation für Frauen sein, ihre Arbeitszeit zu erhöhen. Es schafft außerdem eine Wahrnehmung für Einkommensunterschiede – und damit hoffentlich auch einen anderen Sinn für Einkommensgerechtigkeit.“