1. März 2024

Schweinfurter Studierende entwickeln Granatapfel- Entkernmaschine

Ein weiterer Prototyp (Foto: THWS/Jörg Missbach)
Ein weiterer Prototyp (Foto: THWS/Jörg Missbach)
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Schweinfurt – Praxisnahe Projekte anstatt blanker Theorie: Welche Schritte zwischen Idee und fertigem Produkt liegen, haben Studierende der Bachelorstudiengänge Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen sowie Business and Engineering der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) in einem fächerübergreifenden Entwicklungsprojekt ausprobiert. Ihr Auftrag lautete, eine Maschine zum Entkernen von Granatäpfeln zu entwickeln.

Die Studierenden zeigen ihren Prototypen und eine FEM-Simulation ihres 3D- Modells – (v. l. n. r.) Rafael Christof, Prof. Dr.-Ing. Jörg Missbach, Yannick Naß, Boas Lex, Jakob Schlereth und Julius Lahaye (Foto: THWS/Frank Hüllmandel)
Die Studierenden zeigen ihren Prototypen und eine FEM-Simulation ihres 3D- Modells – (v. l. n. r.) Rafael Christof, Prof. Dr.-Ing. Jörg Missbach, Yannick Naß, Boas Lex, Jakob Schlereth und Julius Lahaye (Foto: THWS/Frank Hüllmandel)

„Das Entkernen von Granatäpfeln ist von Hand sehr mühsam und es gibt keine geeigneten Hilfsmittel dazu. So kam die Idee zustande“, erzählt Prof. Dr.-Ing. Jörg Missbach. „Außerdem war es mir wichtig, für die Studierenden ein greifbares Thema aus dem Alltag zu wählen, sodass sie dieses auch zu Hause praktisch angehen können.“ Drei Studierendengruppen traten in Konkurrenz zueinander, wie man einen Granatapfel mechanisch öffnet, entkernt und dafür eine Maschine konstruiert, die diese Arbeit schneller, einfacher und sauberer als von Hand erledigt.

Kerne zerstörungsfrei herauslösen

Alsbald wurden erste Granatäpfel von den Studierenden gekauft und verschiedene Mechanismen untersucht, um möglichst alle der roten Kerne zerstörungsfrei herauszulösen. Die Maschine sollte dabei nicht größer als ein handelsüblicher Kaffeevollautomat und nicht zu teuer sein, um auch für Privathaushalte oder die Gastronomie in Frage zu kommen. Wie in einem Start-up- Unternehmen oder in Entwicklungsabteilungen der Industrie lernten die Studierenden Aspekte des Projektmanagements, das Erstellen einer Anforderungsliste, einer Marktanalyse sowie Patentrecherche. Danach wurden Bauteile konstruiert, 3D-CAD- Modelle sowie Konstruktionszeichnungen erstellt und Baugruppen mittels mathematischer Simulation auf Belastungsgrenzen hin untersucht. Mit einem 3D-Drucker wurden eigene Bauteile für ein Gewinde oder Flügelräder zum Herauslösen der Kerne gedruckt. Bei der Abschlusspräsentation stellten die Gruppen ihre Prototypen vor. „Alle drei Gruppen leisteten in nur zehn Wochen Projektzeit beachtliche Arbeit“, lautete das Resümee von Prof. Dr.- Ing. Jörg Missbach und dem Modulverantwortlichen Prof. Dr.-Ing. Nicolas Tiesler.

Vorbereitung aufs Berufsleben

Das Fazit der Studierenden war ebenfalls durchweg positiv: „Im Entwicklungsprojekt hatte ich die Gelegenheit, meine Fähigkeiten im Projektmanagement und der Entwicklung zu vertiefen“, beschrieb Wirtschaftsingenieurwesen-Studentin Sevde Nur Alici. „Besonders begeistert hat mich die Entwicklung eines neuen Produkts,

Alle drei Gruppen des Entwicklungsprojekts mit Studierenden aus den Bachelorstudiengängen Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen und Business and Engineering (Foto: THWS/Frank Hüllmandel)
Alle drei Gruppen des Entwicklungsprojekts mit Studierenden aus den Bachelorstudiengängen Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen und Business and Engineering (Foto: THWS/Frank Hüllmandel)

was zusätzlich eine kreative und erfüllende Dimension in das Projekt brachte.“ Die zwischenmenschlichen Aspekte waren auch für Maschinenbau-Student Julius Lahaye ein wichtiger Punkt: „Die Arbeit im Team ist sicher eine gute Vorbereitung auf das spätere Berufsleben, denn diese lehrt einen viele Dinge, die im Studium sonst weniger zur Geltung kommen. Zum Beispiel Kommunikations- und vor allem auch Kompromissfähigkeit.“ Für Maschinenbau-Student Boas Lex war „das Schwierigste […] auf jeden Fall der Anfang. Man ist mit unterschiedlichen Studierenden aus unterschiedlichen Studiengängen zusammen, kennt sich nur flüchtig und muss nun gemeinsam eine Problemstellung bearbeiten. Schlussendlich ist es dann schön zurückzuschauen und zu sehen, was man als Team geleistet hat – und dass man mit dem bisher Gelernten schon wirklich etwas auf die Beine stellen kann.“