24. Mai 2024

Virtuelle Realität für digitale Transformation nutzen

Die beiden Geschäftsführer und Gesellschafter Jan Phillip Hummerl (li.) und Manuel Rohde (Foto: THWS/Volker Bräutigam)
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THWS-Ausgründung XRify GmbH unterstützt regionale Industrie

Würzburg/Schweinfurt – Aus dem Forschungsprojekt PlanAR der Technischen Hochschule Würzburg- Schweinfurt (THWS) ist zu Jahresbeginn eine Start-up-Ausgründung hervorgegangen: die XRify GmbH. Prof. Dr. Volker Bräutigam und Maximilian Rosilius waren von Anfang an dabei.

„In meiner Rolle als Schwerpunktprofessor für Gründungsstart bin ich natürlich megaerfreut über diese Entwicklung“, sagt Prof. Dr. Bräutigam. Ziel des PlanAR-Technologietransferprojekts war es, „Augmented Reality“ für die Industrie nutzbar zu machen: Planungs- und Produktionsabläufe werden virtuell in 3D abgebildet und dadurch verbessert. „Bei der üblichen 2D- Planung sind häufig Fehler enthalten, die sich summieren“, erläutert Prof. Dr. Bräutigam das Problem. „Aber Unternehmen haben meist keine Partner für eine 3D-Planung.“ Eventuell sei das Wissen noch in der Zentrale vorhanden, aber nicht bei den operativen Abteilungen vor Ort. Genau hier möchte XRify ansetzen und die nötige technische Beratung liefern.

TTZ unter den ersten Kunden
Momentan besteht das XRify-Team aus den leitenden Geschäftsführern Manuel Rohde und Jan Philipp Hummel, beides ehemalige Studierende von Prof. Dr. Bräutigam, sowie Benedikt Wirsing als CTO, der zurzeit seinen Masterabschluss an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg macht. Maximilian Rosilius, der das PlanAR-Projekt als wissenschaftlicher Mitarbeiter betreut hatte, ist für XRify weiterhin als Berater tätig. In den nächsten Monaten soll das Team um ein bis zwei weitere Stellen ergänzt werden.

Dass der Bedarf für diese Dienstleistung – den „Full Virtual Integration Process“ – vorhanden ist, zeigte sich bereits innerhalb der THWS: Einer der ersten Kunden des Start-ups war das kürzlich gegründete Technologietransferzentrum Marktheidenfeld (TTZ-M). Das XRify-Team war vor Ort, um die Räumlichkeiten zu scannen. Die gewonnen Daten wurden im Rahmen der Nachbearbeitung in 3D-Modelle verwandelt – den sogenannten digitalen Zwilling des TTZs.

Auf dieser Grundlage wird geplant, welche Maschinen wo platziert werden, „und das mit ausreichender Genauigkeit im Zentimeter- bis hin zum Millimeter-Bereich“, sagt Prof. Dr. Bräutigam. Ermöglicht wird dadurch das immersive Erleben und Diskutieren von Planungsständen sowohl am digitalen Zwilling als auch vor Ort mittels „Augmented Reality“. „Diese innovative Vorgehensweise hilft dabei, Kommunikationsbarrieren abzubauen und Planungsfehler frühzeitig zu vermeiden“, erklärt Prof. Dr. Bräutigam und zählt die Vorteile auf: eine Halbierung der Planungszeit, signifikante Verbesserungen in der Umsetzungsgeschwindigkeit sowie eine Optimierung der Prozessqualität und Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

Unterstützung durch „Angel Investors“
Damit das Start-up Wirklichkeit werden konnte, engagierte sich Prof. Dr. Bräutigam zusammenmit der opting Value Consulting, der TRIPS GmbH sowie der T&O Group als sogenannte „Angel Investors“. Diese Investoren stellen nicht nur Geld zur Verfügung, sondern sind auch beratend tätig und ermöglichen es jungen Start-up-Unternehmen, auf berufliche Netzwerke zurückzugreifen, um so manche Tür zu öffnen.

„Diese Erfolgsgeschichte demonstriert eindrucksvoll, wie aus einer engagierten Forschungsarbeit ein Unternehmen hervorgehen kann, das nicht nur die digitale Transformation vorantreibt, sondern auch einen nachhaltigen Mehrwert für die Industrie schafft“, lautet das Fazit von Prof. Dr. Bräutigam.