Rund um den Schweinfurter Wildpark müssen in den kommenden Wochen mehrere alte Eichen gefällt werden. Die Stadt Schweinfurt begründet die Maßnahmen mit zunehmenden Schäden durch Trockenheit und Schädlingsbefall. Die Fällungen sollen die Sicherheit der Waldbesucher gewährleisten und gleichzeitig verhindern, dass sich die Schädlinge weiter ausbreiten.
Die Arbeiten sind für den Zeitraum zwischen Ende Oktober und Anfang November vorgesehen. Bereits am Montag, 19. Oktober 2026, um 14:30 Uhr, informieren Vertreter der Stadt und des Forstamtes bei einem Ortstermin über die Situation im Stadtwald.
Trockenheit schwächt selbst widerstandsfähige Eichen
Die Eiche gilt als vergleichsweise widerstandsfähig gegenüber Trockenheit und klimatischen Veränderungen. Doch die anhaltenden Trockenperioden der vergangenen Jahre haben auch bei dieser Baumart deutliche Spuren hinterlassen.
Geschwächte Bäume werden zunehmend von verschiedenen Schadorganismen befallen. Erste Anzeichen sind abgestorbene Äste und blattlose Bereiche in den Baumkronen. Auch weißes Bohrmehl am Stammfuß kann auf einen Befall durch holzbohrende Insekten hinweisen.
Im fortgeschrittenen Stadium können ganze Bäume absterben.
Mehrere Schädlinge setzen den Eichen zu
Einzelne Schäden durch Falterarten wie den Eichenwickler, den Schwammspinner oder den Eichenprozessionsspinner können gesunde Eichen häufig noch verkraften.
Problematisch wird es jedoch, wenn weitere Schädlinge hinzukommen. Insbesondere Prachtkäfer und holzbohrende Käfer wie Kern- oder Werftkäfer können bereits geschwächte Bäume erheblich schädigen.
Um eine weitere Ausbreitung des Befalls einzudämmen, müssen betroffene Eichen nach Angaben der Stadt möglichst zeitnah aus dem Waldbestand entfernt werden.
Bis zu 200 Jahre alte Eichen verlieren erheblich an Wert
Neben den ökologischen Folgen verursacht der Schädlingsbefall auch erhebliche wirtschaftliche Schäden.
Dringen die Fraßgänge des Kernkäfers tief in den Stamm ein, kann das Holz einer bis zu 200 Jahre alten Eiche nahezu vollständig seinen Wert als hochwertiges Nutzholz verlieren.
Die Stadt verdeutlicht den Unterschied anhand der möglichen Holzerlöse:
- Gesundes Eichenwertholz kann durchschnittlich bis zu 850 Euro pro Festmeter erzielen.
- Von Käfern geschädigtes Holz bringt bei einer Verwendung als Brenn- oder Industrieholz teilweise nur noch rund 85 Euro pro Festmeter.
Damit kann der erzielbare Holzpreis um etwa 90 Prozent sinken.
Sicherheit der Wildparkbesucher hat Vorrang
Besonders problematisch ist die Situation aufgrund der Lage der betroffenen Bäume. Der Bereich rund um den Wildpark gehört zu den stark frequentierten Erholungsgebieten im Schweinfurter Stadtwald.
Abgestorbene Äste und geschädigte Baumstämme können dort eine erhebliche Gefahr für Spaziergänger, Familien und andere Waldbesucher darstellen.
Das Belassen abgestorbener Eichen im Bestand ist deshalb aus Sicht der Stadt keine vertretbare Alternative. Die notwendigen Sicherungsmaßnahmen wären mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Gleichzeitig bliebe ein schwer kalkulierbares Unfallrisiko bestehen.
Forstamt bedauert Verlust der alten Bäume
Forstamtsleiter Florian Haensel und Revierleiter Anton Goss betonen, dass die Fällung ausgewachsener Alteichen auch für die Forstwirtschaft eine schwierige Entscheidung darstellt.
Besonders bedauerlich sei es, wenn wertvolle Bäume ausschließlich zur Schadensbegrenzung und aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden müssten, ohne dass sich noch ein angemessener wirtschaftlicher Erlös erzielen lasse.
Umso wichtiger sei es, die natürliche Verjüngung des Waldes zu fördern und möglichst viele der gefällten Eichenstämme weiterhin einer hochwertigen Verwendung zuzuführen.
Die langfristige Entwicklung eines gesunden und widerstandsfähigen Waldbestandes soll dadurch unterstützt werden.
Ortstermin am 19. Oktober im Stadtwald
Am Montag, 19. Oktober 2026, um 14:30 Uhr, erläutern Forstamtsleiter Florian Haensel und Baureferent Rüdiger Köhler die Hintergründe der notwendigen Fällungen.
Treffpunkt für den angekündigten Medientermin ist der Elchsee im Schweinfurter Wildpark. Der Zugang erfolgt über den Eingang an der Schermbachstraße.
Die eigentlichen Fällarbeiten sind nach Angaben der Stadt für den Zeitraum zwischen Ende Oktober und Anfang November geplant.