Baustelle mit Kränen in Unterfranken – Symbolbild für Handwerk, Bauwirtschaft und Konjunkturentwicklung 2026
Das Baugewerbe gehört weiterhin zu den stabileren Branchen im unterfränkischen Handwerk. Foto: Sascha Schneider

Schwerster Einbruch seit 16 Jahren: Handwerk in Unterfranken unter Druck

Region -

Das unterfränkische Handwerk erlebt aktuell den stärksten konjunkturellen Einbruch seit 16 Jahren. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer für Unterfranken für das erste Quartal 2026.

Demnach bewerten 24,2 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als schlecht. Gleichzeitig sehen 75,8 Prozent ihre Situation noch als gut oder zumindest befriedigend – ein Wert, der jedoch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegt.

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Politik und Krisen belasten Betriebe:
Hauptgeschäftsführer Ludwig Paul sieht die Ursachen nicht allein in wirtschaftlichen Entwicklungen. Vielmehr hätten auch politische Entscheidungen und Unsicherheiten maßgeblichen Einfluss auf die aktuelle Stimmung.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank der Anteil der Betriebe mit guter Geschäftslage um 5,7 Prozentpunkte auf 33,4 Prozent. Der zuvor vorhandene Optimismus sei spürbar gewichen.

Kosten steigen schneller als Einnahmen:
Ein zentrales Problem bleibt die wachsende Schere zwischen Einkaufs- und Verkaufspreisen. Während 68 Prozent der Betriebe steigende Einkaufskosten melden, konnten nur 34 Prozent ihre Preise entsprechend anpassen.

Zusätzlichen Druck erzeugen steigende Energiepreise, unter anderem durch internationale Konflikte, die die Inflation weiter anheizen und Investitionen bremsen.

Grafik zur Entwicklung des Geschäftsklimas im unterfränkischen Handwerk bis Q1 2026 mit deutlichem Rückgang
Im ersten Quartal 2026 erlebt die unterfränkische Handwerkskonjunktur einen deutlichen Dämpfer. Fast ein Viertel der Betriebe bewertet die Lage als schlecht. Grafik: Handwerkskammer für Unterfranken

Regionale Unterschiede in Unterfranken:
Die wirtschaftliche Lage variiert innerhalb Unterfrankens deutlich. Am stabilsten zeigt sich die Region Würzburg mit 80,9 Prozent zufriedenen Betrieben. In der Region Main-Rhön, zu der auch Schweinfurt gehört, liegt dieser Wert bei 75,7 Prozent.

Am Bayerischen Untermain ist die Zufriedenheit mit 70,8 Prozent am geringsten – gleichzeitig zeigen sich die Betriebe dort am optimistischsten für die Zukunft.

Baugewerbe bleibt stabil:
Im Branchenvergleich schneiden das Bau- und Ausbaugewerbe am besten ab. Hier bewerten 79,8 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut oder befriedigend. Auch das Kfz-Gewerbe zeigt sich mit rund 79 Prozent stabil.

Verhaltener Optimismus für die kommenden Monate:
Trotz der angespannten Situation blicken viele Betriebe vorsichtig nach vorne. 78,6 Prozent erwarten für das zweite Quartal 2026 eine gleichbleibende oder bessere Entwicklung.

Abschließend fordert Ludwig Paul stärkere politische Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen. Diese seien entscheidend für nachhaltiges Wachstum und die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands.

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