Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Schweinfurt bleibt auch zu Jahresbeginn angespannt. Im Januar 2026 waren 10.182 Menschen arbeitslos gemeldet – das sind 852 Personen mehr als im Dezember und 380 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,1 Prozent.
Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, erklärt den Anstieg mit saisonalen Effekten und der aktuellen Wirtschaftslage:
„Dass die Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn steigt, ist saisonal üblich, wird aber derzeit durch die konjunkturelle Zurückhaltung verstärkt.“
Die regionale Wirtschaft sei stark vom globalen Handel und Export abhängig. Hoffnung setzt Paul unter anderem in internationale Handelsabkommen, die für mehr Planungssicherheit sorgen könnten.
Dynamik auf dem Arbeitsmarkt
Im Januar meldeten sich 2.784 Personen arbeitslos, davon kamen 1.415 direkt aus einer Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig beendeten 1.936 Menschen ihre Arbeitslosigkeit – jedoch nahmen nur 555 Personen wieder eine neue Beschäftigung auf.
Die Zahl der freien Stellen sank auf 4.562. Unternehmen meldeten im Januar 446 neue Stellen, das sind 216 weniger als im Vormonat. Besonders gesucht werden weiterhin Arbeitskräfte im Gesundheits- und Sozialwesen, im verarbeitenden Gewerbe, im Handel sowie im Baugewerbe.
Unterschiede nach Rechtskreisen
Der stärkste Anstieg zeigte sich in der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit) mit 5.694 Arbeitslosen. In der Grundsicherung (Jobcenter) waren 4.488 Menschen registriert. Rund 44 Prozent aller Arbeitslosen wurden durch die Jobcenter betreut.
Regionale Entwicklung im Überblick
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Stadt Schweinfurt:
2.252 Arbeitslose, Quote 7,6 % -
Landkreis Bad Kissingen:
2.297 Arbeitslose, Quote 3,9 % -
Landkreis Rhön-Grabfeld:
1.859 Arbeitslose, Quote 4,1 % -
Landkreis Haßberge:
1.790 Arbeitslose, Quote 3,6 % -
Landkreis Schweinfurt:
1.984 Arbeitslose, Quote 3,0 %
In allen Regionen ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat gestiegen, teils auch deutlich im Vergleich zum Vorjahr.
Fazit
Die Zahlen zeigen: Der regionale Arbeitsmarkt steht weiterhin unter Druck. Steigende Arbeitslosigkeit, weniger Stellenmeldungen und eine zurückhaltende Konjunktur prägen den Start ins Jahr 2026. Hoffnung besteht vor allem durch wirtschaftliche Stabilisierung und neue Impulse im internationalen Handel.
