Die Bayerische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und die IHK Würzburg-Schweinfurt haben am 10. Februar 2026 eine Kooperationsvereinbarung zur Einführung des Prädikats „#lichtbewusstsein“ unterzeichnet. Ziel der Initiative ist es, Unternehmen aus der Region auszuzeichnen, die durch einen bewussten Umgang mit Außenbeleuchtung aktiv zur Reduzierung von Lichtverschmutzung beitragen – und damit den Schutz der natürlichen Nacht stärken.
Mit der Vereinbarung wird das Prädikat nun auch in der bayerischen Rhön eingeführt. Die Initiative orientiert sich am Modell der IHK Fulda. Künftig sollen Betriebe in der Region ihren Beitrag zum Schutz der Dunkelheit im Sternenpark Rhön sichtbar machen können.
„Licht, das nur dort, dann und so stark eingesetzt wird, wie es tatsächlich notwendig ist, schützt die Artenvielfalt, spart Energie und trägt zu den Nachhaltigkeitszielen des UNESCO-Biosphärenreservats sowie des Sternenparks Rhön bei“, erklärt Dr. Doris Pokorny, Dienststellenleiterin der Bayerischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen biete das Prädikat einen niedrigschwelligen Einstieg in wirksame Nachhaltigkeitsmaßnahmen.
Auch die IHK sieht in dem Thema einen wichtigen Faktor für die regionale Wirtschaft. „Nachhaltigkeit ist längst ein Wettbewerbsfaktor“, betont Dr. Sascha Genders, Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. In diesem Zusammenhang rücke auch Biodiversität immer stärker in den Fokus. Das Prädikat „#lichtbewusstsein“ sei ein praxisnahes Instrument, mit dem Unternehmen ihr Engagement für den Sternenpark und den Schutz der Nacht zeigen könnten, ohne betriebliche Anforderungen aus dem Blick zu verlieren.
Lichtverschmutzung beeinträchtigt Tiere und Menschen
Die Rhön spielt beim Schutz der natürlichen Dunkelheit eine besondere Rolle. Als UNESCO-Biosphärenreservat und internationaler Sternenpark steht die Region beispielhaft für den Erhalt nächtlicher Naturräume. Künstliches Licht kann jedoch nachtaktive Tiere wie Insekten, Fledermäuse oder Igel erheblich beeinträchtigen. Es stört unter anderem Orientierung, Futtersuche, Fortpflanzung oder Bestäubung. Auch tagaktive Tiere wie Singvögel – und nicht zuletzt wir Menschen – sind für eine erholsame Nachtruhe auf Dunkelheit angewiesen.
Das Prädikat richtet sich an Unternehmen in der bayerischen Rhön, die an ihrer Außenbeleuchtung bereits Maßnahmen zur Reduzierung von Lichtemissionen umgesetzt haben oder diese planen. Dabei sollen die individuellen Rahmenbedingungen der Betriebe berücksichtigt werden.
Zu möglichen Maßnahmen zählen beispielsweise:
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Strahler gezielt nach unten ausrichten
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Beleuchtung bedarfsgerecht über Bewegungsmelder oder Zeitschaltuhren steuern
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Nicht benötigte Lichtquellen nachts abschalten
Fachlich begleitet wird das Projekt durch Philipp Vögele von der Bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Er unterstützt Betriebe bei der Umsetzung naturschutzverträglicher Beleuchtung.
Unternehmen aus der Region sind eingeladen, sich um das Prädikat zu bewerben und damit ein sichtbares Zeichen für nachhaltiges Wirtschaften, regionale Verantwortung und den Schutz der Nacht zu setzen.
Weitere Informationen gibt es bei der IHK Würzburg-Schweinfurt sowie beim Biosphärenreservat Rhön.
