Zollbeamte bei einer großangelegten Durchsuchungsaktion wegen Verdachts auf organisierte Schwarzarbeit im Ausbaugewerbe.
Mehr als 200 Einsatzkräfte des Zolls waren bei den Durchsuchungen in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Symbolfoto: KI-generiert / Schweinfurt NEWS

200 Einsatzkräfte im Einsatz: Verdacht auf Millionenbetrug im Ausbaugewerbe

Schweinfurt -

Mit einer großangelegten Durchsuchungsaktion gehen die Staatsanwaltschaft Würzburg und das Hauptzollamt Schweinfurt gegen mutmaßlich organisierte Schwarzarbeit im Ausbaugewerbe vor. Seit den frühen Morgenstunden durchsuchen mehr als 200 Einsatzkräfte insgesamt 19 Wohn- und Geschäftsräume in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Im Fokus der Ermittlungen steht eine südosteuropäische Tätergruppierung, die nach bisherigen Erkenntnissen ein umfangreiches System zur illegalen Schwarzlohnzahlung betrieben haben soll. Die Beschuldigten führen laut Ermittlern einen Betrieb im Bereich des Fliesenhandwerks im Landkreis Aschaffenburg.

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Nach aktuellem Stand sollen sogenannte Abdeckrechnungen von Schein- oder Servicefirmen genutzt worden sein, um große Bargeldsummen zu generieren. Über sogenannte „Kick-Back-Zahlungen“ seien diese Gelder verdeckt an die Verantwortlichen zurückgeflossen. Mit dem Bargeld sollen anschließend Arbeitnehmer bezahlt worden sein, die nicht oder nur teilweise bei den Sozialversicherungen gemeldet waren.

Die Ermittler gehen derzeit von einem erheblichen Schaden aus. Für den Zeitraum von 2022 bis 2025 wird der vorläufige Beitragsschaden für die Sozialkassen auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt.

An der heutigen Aktion beteiligten sich 199 Zollbeamtinnen und Zollbeamte aus zehn verschiedenen Hauptzollämtern. Unterstützung erhielten sie zudem vom Landesamt zur Bekämpfung von Finanzkriminalität aus Nordrhein-Westfalen.

Bei den Durchsuchungen wurden bereits zahlreiche Unterlagen und elektronische Datenträger sichergestellt. Dazu zählen unter anderem Geschäftsunterlagen, Smartphones sowie Laptops. Parallel dazu ordnete das Amtsgericht Würzburg Vermögensarreste in Höhe von mehr als 844.000 Euro an.

Die weiteren Ermittlungen dauern an. Spezialisten für digitale Forensik des Hauptzollamts Schweinfurt werten nun die sichergestellten Daten aus.

Die Staatsanwaltschaft weist darauf hin, dass für alle Beschuldigten bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt.

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