Stadtbus der Linie 52 fährt durch die Schweinfurter Innenstadt in Richtung Deutschhof.
Ein Stadtbus der Linie 52 fährt durch die Schweinfurter Innenstadt. Die Stadt und die Stadtwerke haben nach Gesprächen zum Bürgerbegehren erste Verbesserungen im Busnetz umgesetzt. (Foto: Schweinfurt NEWS)

Schweinfurt verbessert Stadtbusnetz: Erste Forderungen des Bürgerbegehrens bereits umgesetzt

Schweinfurt -

Bei einem weiteren Treffen mit der Initiatorin des Bürgerbegehrens „Rückkehr zum alten Stadtbussystem“, Frau Bender, dankte Herr Oberbürgermeister Ralf Hofmann den Beteiligten für die konstruktiven und zielführenden Gespräche, die trotz unterschiedlicher Interessenlagen bereits jetzt zu weiteren konkreten Verbesserungen im Liniennetz der Stadt führten. Der Stadtrat hatte diese Anpassungen in seiner Sitzung am 26.03.26 mit dem Ziel der Umsetzung bis August beschlossen. Diese Änderungen konnten nun schon im Mai realisiert werden. Neben der erneuten Anbindung des Marktplatzes wurde die Taktung der Bergl-Linie verbessert.  Zudem konnte die Anbindung der Schulbushaltestelle am Bildungszentrum optimiert werden.

Frau Bender dankte für die offene und konstruktive Zusammenarbeit mit den Vertretern der Stadt und der Stadtwerke Schweinfurt. Das sehr komplexe Thema ÖPNV sei ihr in diesem Umfang so nicht bewusst gewesen. Die ursprünglich angedachten Themenbereiche könnten daher nicht so schnell angepasst werden wie sie sich erhoffte. Dennoch freue sie sich über die bereits erzielten Erfolge und die weitere Zusammenarbeit bei den noch anstehenden Themen.

Frau Dr. Keck stellte die weiteren Arbeitsschritte vor. Ziel sei der Betrieb eines nutzerfreundlichen ÖPNV auch unter dem Gebot der nicht einfacher werdenden Finanzierbarkeit.

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Schweinfurt: 430 U3-Jährige in Kitas | NGG Unterfranken: Familien brauchen planbare Arbeitszeiten – deshalb muss der 8-Stunden-Tag bleiben Den Job und den „Rest des Lebens“ unter einen Hut bringen: In Schweinfurt gibt es für rund 430 Kinder unter 3 Jahren einen Kitaplatz. Die Betreuungsquote liegt damit nach Angaben der amtlichen Statistik bei gut 30 Prozent. „Das ist zu wenig. Vor allem wenn Eltern arbeiten, müssen sie sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder betreut werden“, sagt Ibo Ocak von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). So liege der landesweite Bedarf, den Eltern bei der Betreuungsquote von Unter-3-Jährigen in Bayern haben, bei 47 Prozent. Die NGG Unterfranken beruft sich dabei auf eine Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI). Erhebliche Probleme sieht die Gewerkschaft jetzt auf Eltern in Schweinfurt zukommen. Grund sind Pläne der Bundesregierung, das Arbeitszeitgesetz zu ändern und den 8-Stunden-Tag abzuschaffen: „Wenn das passiert, dann bricht für Eltern jede Planung bei der Kinderbetreuung zusammen. Denn dann kann ein Arbeitstag auch mal zwei oder sogar dreieinhalb Stunden länger werden. Mit Verlässlichkeit, die Eltern dringend brauchen, hat das nichts mehr zu tun“, sagt Ibo Ocak. Denn eine verlässliche Betreuung sei gerade für berufstätige Eltern wichtig. „Meistens sind Kita- und Arbeitszeiten schon jetzt auf Kante genäht – also eng miteinander abgestimmt: Wer sein Kind in der Kita hat, der muss es auch pünktlich wieder abholen, bevor die Kita schließt. Aber wenn der Chef demnächst aus einem 8-Stunden-Tag einen Arbeitstag mit 10 oder 12 Stunden am Stück machen kann, wird es für Familien nahezu unmöglich, ihren Alltag verlässlich zu planen“, sagt Ibo Ocak. Am Ende beeinträchtige das sogar die Berufstätigkeit der Eltern. Kritisch werde das auch für die Pflege: „Wer sich zu Hause – zum Beispiel in enger Absprache mit Pflegediensten – um Angehörige kümmert, kann alles gebrauchen, aber keinen XL-Arbeitstag“, sagt der Geschäftsführer der NGG Unterfranken. Auch bei der Pflege gelte: „Verlässlichkeit ist das A und O“, so Ocak. Schon deshalb sei die von der Bundesregierung geplante Aufweichung des 8-Stunden-Tages „Gift für alle, die im Moment alles daransetzen, den Spagat zwischen Job und Familie zu schaffen“. Betroffen seien hier vor allem Frauen: 51 Prozent von ihnen gaben, so die NGG, bei einer bundesweiten Beschäftigtenbefragung (Index Gute Arbeit) des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) an, sich zu Hause um Angehörige – gerade um Kinder oder Ältere – zu kümmern. Bei den Männern seien es 41 Prozent. Schon heute hätte gut ein Fünftel aller Beschäftigten häufig Probleme, Familie und Job zeitlich zu vereinbaren. Bei alleinerziehenden Frauen seien dies aktuell sogar 42 Prozent. „Sollte Schwarz-Rot jetzt den 8-Stunden-Tag abschaffen und bei der Wochenarbeitszeit ein Höchstlimit von 48 und in Ausnahmefällen sogar bis zu 73,5 Stunden setzen, würde die Bundesregierung damit echte Probleme für viele Familien in Schweinfurt provozieren – im Job und in der Familie“, warnt NGG-Geschäftsführer Ibo Ocak. Dabei suchten nicht nur das Gastgewerbe und das Lebensmittelhandwerk, sondern auch viele Betriebe der Nahrungsmittelindustrie händeringend qualifiziertes Personal. „Den Arbeitskräftemangel in diesen Betrieben lösen wir nicht durch längere Arbeitstage, sondern durch bessere Arbeitsbedingungen und mehr Kita-Plätze“, so Ibo Ocak. Außerdem seien längere Arbeitstage auch eine Gefahr für die Gesundheit: „Nach 8 Stunden im Job steigt das Unfallrisiko immer mehr an. Nach 12 Stunden ist es sogar doppelt so hoch wie bei einem regulären 8-Stunden-Tag“, so Ocak. Aber auch Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Burnout könnten die Folge von zu langen Arbeitstagen sein.

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