Ein versuchter Callcenterbetrug ist am Donnerstagmittag in Schweinfurt durch das schnelle Eingreifen der Polizei gescheitert. Eine mutmaßliche Betrügerin wurde noch während des Versuchs, Geld von einer Seniorin abzuholen, festgenommen. Gegen die 25-jährige Tatverdächtige wurde inzwischen Untersuchungshaft angeordnet.
Schockanruf sollte Rentnerin zur Geldübergabe bewegen
Gegen 11:15 Uhr erhielt eine ältere Dame einen Anruf von einer Frau, die sich als Polizeibeamtin ausgab. Die Anruferin behauptete, ein Familienmitglied der Seniorin habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Um eine angebliche Haftstrafe abzuwenden, müsse eine Kaution in sechsstelliger Höhe gezahlt werden.
Die Betrugsmasche ist als sogenannter Schockanruf bekannt und zielt darauf ab, insbesondere ältere Menschen unter enormen emotionalen Druck zu setzen.
Polizei greift bei Geldübergabe ein
Die Polizei wurde rechtzeitig über den Betrugsversuch informiert. Als die mutmaßliche Geldabholerin in der Hirschbergstraße erschien, um die angebliche Kaution entgegenzunehmen, griffen die Einsatzkräfte zu und nahmen die Frau vorläufig fest.
Ermittlungsrichter ordnet Untersuchungshaft an
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Schweinfurt wurde die Tatverdächtige am Freitag einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Schweinfurt vorgeführt.
Der Richter erließ Untersuchungshaft wegen des dringenden Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs. Bei der Beschuldigten handelt es sich um eine 25-jährige Frau mit polnischer Staatsangehörigkeit. Sie befindet sich inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt.
Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Schweinfurt und der Staatsanwaltschaft dauern an.
Polizei warnt erneut vor Schockanrufen
Die Polizei weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, dass Polizeibeamte niemals telefonisch hohe Geldbeträge oder Wertgegenstände fordern. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte das Gespräch sofort beenden, keine persönlichen Informationen preisgeben und über die Notrufnummer 110 die Polizei verständigen.
Gerade ältere Menschen werden häufig Ziel solcher Betrugsmaschen. Angehörige sollten deshalb regelmäßig über die Vorgehensweise der Täter sprechen und vor den bekannten Schockanrufen warnen.
