Die Ludwig-Derleth-Realschule Gerolzhofen gehört in diesem Jahr zu den ausgezeichneten „Partnerschulen Verbraucherbildung Bayern“. Insgesamt erhalten 115 allgemeinbildende und berufliche Schulen im Freistaat die Auszeichnung für ihr besonderes Engagement. Das ist ein neuer Höchststand bei der Zahl der teilnehmenden Schulen.
Im Mittelpunkt des diesjährigen Wettbewerbs stand das Thema „Geld und Finanzen: Wir blicken durch!“. Dabei beschäftigten sich Schüler unter anderem mit den Fragen, wie viel Geld ihnen zur Verfügung steht, wofür sie es ausgeben und wie sie ihre Finanzen dauerhaft im Blick behalten können.
Finanzielle Bildung gewinnt an Bedeutung
Steigende Preise, die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt und eine zunehmende Verschuldung junger Menschen sorgen laut Jugendstudie 2026 für Verunsicherung. Das Wettbewerbsthema griff deshalb den Wunsch vieler Schüler nach mehr finanzieller Bildung und einer besseren Vorbereitung auf alltägliche Entscheidungen auf.
Neben „Geld und Finanzen: Wir blicken durch!“ bearbeiteten die teilnehmenden Schulen auch das Thema „Werbetricks? Wir checken’s!“. Zu beiden Themen reichten sie jeweils einen Medienbeitrag ein und dokumentierten die Arbeit der Schüler. Eine der beiden Aufgaben konnte durch ein frei gewähltes Verbraucherthema ersetzt werden.
Die Projekte behandelten unterschiedliche Altersgruppen und Schwerpunkte. Grundschüler setzten sich beispielsweise mit Geld als Tauschmittel, dem Taschengeldparagrafen oder der Frage auseinander, ob Geld glücklich macht. Ältere Schüler verglichen unter anderem Tagesgeld und Aktienfonds oder beschäftigten sich mit Risikostreuung, Rendite und Liquidität.
Besonders wichtig war vielen Jugendlichen die Frage, wie sie Schulden vermeiden und ihre Einnahmen und Ausgaben kontrollieren können. Dabei spielte beispielsweise die sogenannte 50:30:20-Regel eine Rolle. Sie sieht vor, das verfügbare Einkommen auf notwendige Ausgaben, persönliche Wünsche und Rücklagen aufzuteilen.
Alltagskompetenzen bereits in der Schule vermitteln
Bayerns Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber betonte, junge Menschen interessierten sich stark für Zukunftsthemen wie Finanzen, nachhaltigen Konsum, Ernährung und den verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet. Kinder und Jugendliche müssten möglichst früh auf die zunehmend komplexe Konsumwelt vorbereitet werden.
Auch Kultusministerin Anna Stolz hob die Bedeutung der Verbraucherbildung hervor. Sie schaffe Orientierung, stärke die Eigenverantwortung und bilde eine wichtige Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Die Partnerschulen würden das Thema Finanzen praxisnah und mit hoher Qualität in die Klassenzimmer bringen.
Eva Fuchs, Landesvorsitzende des VerbraucherService Bayern, erklärte, finanzielle Bildung bedeute mehr, als nur Zahlen und Zinsen zu verstehen. Sie gebe jungen Menschen Orientierung, stärke ihr Selbstvertrauen und helfe ihnen dabei, verantwortungsvoll eigene Entscheidungen zu treffen.
Neun Schulen aus Unterfranken ausgezeichnet
Neben der Ludwig-Derleth-Realschule Gerolzhofen werden acht weitere Schulen aus Unterfranken ausgezeichnet:
- Staatliche Realschule Schonungen
- Staatliche Realschule Dettelbach
- Maria-Ward-Schule Aschaffenburg
- Mädchenrealschule Volkach
- Armin-Knab-Gymnasium Kitzingen
- Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasium Aschaffenburg
- Martin-Pollich-Gymnasium Mellrichstadt
- Friedrich-Koenig-Gymnasium Würzburg
Die Maria-Ward-Schule Aschaffenburg erhält zusätzlich eine Geldprämie. Bayernweit werden 18 der insgesamt 115 ausgezeichneten Schulen mit einer solchen Prämie bedacht.
Die Initiative „Partnerschule Verbraucherbildung Bayern“ wird vom Bayerischen Verbraucherschutzministerium, dem Bayerischen Kultusministerium und dem VerbraucherService Bayern getragen. Weitere Informationen gibt es unter www.partnerschule-bayern.de
