Die Asiatische Tigermücke findet aufgrund steigender Temperaturen zunehmend geeignete Lebensbedingungen in Bayern. Gesundheitsministerin Judith Gerlach ruft deshalb dazu auf, mögliche Brutstätten zu beseitigen und auffällige Mückenfunde zu melden.
Nach Einschätzung des Bayerischen Gesundheitsministeriums ist das gesundheitliche Risiko durch die Asiatische Tigermücke im Freistaat derzeit weiterhin gering. Damit dies so bleibt, sollen neue Vorkommen möglichst früh entdeckt und örtliche Populationen bekämpft werden.
Dauerhafte Population auch in Würzburg
Nach Angaben des Ministeriums bestehen derzeit überwinterungsfähige Populationen der Asiatischen Tigermücke in Fürth, Würzburg und München. Im Jahr 2025 wurden zudem neue Populationen aus Nürnberg sowie den Landkreisen Forchheim und Wunsiedel gemeldet.
Für 2026 sind bislang Funde aus Rosenheim, Nürnberg, Schwabach, dem Oberallgäu und Fürth bekannt. Ein einzelner Fund bedeutet allerdings noch nicht automatisch, dass sich an diesem Ort bereits eine dauerhafte Population entwickelt hat.
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, kurz LGL, untersucht die Verbreitung im Rahmen des Bayerischen Stechmücken-Monitorings.
Übertragung verschiedener Viren möglich
Die Asiatische Tigermücke kann grundsätzlich Krankheitserreger wie das Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Virus übertragen. Dafür muss sie jedoch zuvor einen infizierten Menschen oder ein infiziertes Tier gestochen haben. Außerdem müssen geeignete klimatische Bedingungen für die Vermehrung der Viren in der Mücke vorliegen.
Nach Angaben des LGL wurde in Bayern bislang keine lokale Krankheitsübertragung durch eine Asiatische Tigermücke festgestellt. Die im Freistaat gemeldeten Fälle entsprechender Erkrankungen standen bislang im Zusammenhang mit Reisen. Das LGL bewertet das Risiko einer örtlichen Dengue-Übertragung derzeit als gering. Weitere Informationen bietet das LGL.
Kleine Wasseransammlungen vermeiden
Die Tigermücke legt ihre Eier bevorzugt in kleinen Ansammlungen mit stehendem Wasser ab. Typische Brutstätten sind unter anderem:
- Gießkannen und Eimer
- Blumenuntersetzer und Vasen
- Regentonnen
- Vogeltränken
- herumliegendes Plastikspielzeug
- alte Autoreifen
- verstopfte Dachrinnen und Gullys
Wasserbehälter sollten mindestens einmal pro Woche vollständig geleert und ausgewischt werden. Regentonnen lassen sich mit einem Deckel oder einem feinmaschigen Netz sichern.
Belebte Gartenteiche, Biotope und gechlorte Schwimmbecken gelten laut LGL hingegen nicht als typische Brutstätten der Asiatischen Tigermücke.
Woran ist die Tigermücke zu erkennen?
Die Asiatische Tigermücke ist schwarz-weiß gefärbt und mit etwa 0,5 bis einem Zentimeter vergleichsweise klein. Auffällig sind ihre weiß geringelten Beine und eine weiße Linie, die mittig über Kopf und Rücken verläuft. Sie ist überwiegend tagsüber aktiv.
Eine sichere Bestimmung nur anhand eines Fotos ist häufig nicht möglich. Auffällige Exemplare sollten daher möglichst unbeschädigt an das LGL oder den Mückenatlas Deutschland geschickt werden. Hinweise zur Bestimmung und Einsendung enthält die Tigermücken-Übersicht des LGL.
Mückenschutz auch nach Reisen wichtig
Bei Reisen in tropische oder subtropische Gebiete mit mückenübertragenen Erkrankungen empfiehlt das Ministerium einen konsequenten Mückenschutz. Auch in den ersten 14 Tagen nach der Rückkehr sollten Mückenstiche möglichst vermieden werden.
Treten nach einer Reise Fieber, Schüttelfrost, starke Erschöpfung sowie Gelenk-, Muskel- oder Kopfschmerzen auf, sollte ein Arzt aufgesucht und auf den vorherigen Aufenthalt im Ausland hingewiesen werden.
