Masern-Impfquote auf rund 97 Prozent gestiegen
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach erklärte, dass die Impfquoten bei eingeschulten Kindern in den vergangenen Jahren nicht nur stabil geblieben seien, sondern insbesondere bei Masern, Mumps und Röteln deutlich zugenommen hätten.
So stiegen die Impfquoten von jeweils gut 92 Prozent im Schuljahr 2018/2019 auf rund 97 Prozent im Schuljahr 2023/2024. Grundlage des neuen Gesundheitsreports sind erstmals sämtliche Impfdaten der Kinder, die im Schuljahr 2023/2024 in Bayern eingeschult wurden. (LGL Bayern)
Nachholbedarf bei HPV-Impfungen
Deutlich niedriger fallen weiterhin die Impfquoten gegen Humane Papillomviren (HPV) aus.
Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns waren im Jahr 2024:
- 49 Prozent der 15-jährigen Mädchen vollständig gegen HPV geimpft,
- 29 Prozent der 15-jährigen Jungen vollständig geimpft.
Die Ministerin betonte, dass die HPV-Impfung ein zentraler Bestandteil der bayerischen Gesundheitsprävention sei. Sie steht deshalb auch im Mittelpunkt der 8. Bayerischen Impfwoche, die vom 3. bis 12. Juli 2026 stattfindet. Eine Impfung könne nahezu vollständig vor einer Infektion mit den häufigsten krebsauslösenden HPV-Typen schützen. (Bayerisches Gesundheitsministerium)
LGL: HPV-Impfung schützt auch spätere Partner
LGL-Präsident Prof. Dr. Christian Weidner unterstrich die Bedeutung der Schutzimpfung:
„Die HPV-Impfung schützt nicht nur die geimpfte Person, sondern senkt auch das Infektions- und damit Erkrankungsrisiko für spätere Partnerinnen und Partner. Je mehr Kinder geimpft sind, desto deutlicher reduziert sich langfristig die Zahl der HPV-bedingten Krebserkrankungen in Deutschland.“ (LGL Bayern)
Polio, Diphtherie und Tetanus weiterhin auf hohem Niveau
Die Impfquoten gegen Kinderlähmung (Polio), Diphtherie, Tetanus, Haemophilus influenzae Typ b (Hib) und Keuchhusten lagen geringfügig unter den Vorjahreswerten, bewegen sich jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau.
Als Ursache nennt das Gesundheitsministerium die reformierte Schuleingangsuntersuchung. Kinder werden inzwischen bereits im Alter von vier bis fünf Jahren untersucht. Fehlende Impfungen können in vielen Fällen später noch nachgeholt werden, sodass mit zunehmendem Alter wieder höhere Impfquoten zu erwarten sind. (LGL Bayern)
FSME: Viele Kinder noch nicht ausreichend geschützt
Verbesserungspotenzial sieht der Gesundheitsreport auch beim Schutz gegen die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Obwohl nahezu ganz Bayern als FSME-Risikogebiet gilt, verfügten lediglich 42 Prozent der Einschulungskinder über eine vollständige Grundimmunisierung mit drei Impfungen. (LGL Bayern)
Kaum Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen
Weitere Ergebnisse des Gesundheitsreports zeigen:
- Die Impfquoten unterscheiden sich kaum zwischen Mädchen und Jungen.
- Auch zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund bestehen nur geringe Unterschiede.
- Leichte regionale Unterschiede gibt es weiterhin: In Oberbayern und Niederbayern liegen die Impfquoten etwas unter dem bayerischen Durchschnitt. (LGL Bayern)
Weitere Informationen
📄 Gesundheitsreport Bayern 01/2026 – Update Impfstatus der Kinder
Gesundheitsreport Bayern 01/2026 (PDF)
💉 Informationen zur 8. Bayerischen Impfwoche 2026
Bayerische Impfwoche 2026
📊 Gesundheitsberichterstattung des LGL
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