Eine 78-jährige Frau aus Hammelburg ist am Dienstagnachmittag Opfer eines perfiden Callcenterbetrugs geworden. Nach einem fingierten Telefonat übergab sie einem unbekannten Mann einen hohen vierstelligen Bargeldbetrag. Die Kriminalpolizei Würzburg hat die Ermittlungen übernommen und bittet nun um Zeugenhinweise.
Betrüger gaben sich als Tochter und Staatsanwalt aus
Nach Angaben der Polizei erhielt die Seniorin zunächst einen Anruf einer Frau, die sich als ihre Tochter ausgab. Diese behauptete, einen schweren Verkehrsunfall verursacht zu haben.
Kurz darauf übernahm ein angeblicher Staatsanwalt das Gespräch. Er erklärte, zur Abwendung einer Haftstrafe müsse eine hohe Geldsumme bezahlt werden.
Zwischen 11:45 Uhr und 12:00 Uhr erschien schließlich ein unbekannter Mann an der Wohnanschrift der Seniorin in einem Mehrfamilienhaus in der Breslauer Straße in Hammelburg. Dort nahm er das Bargeld entgegen und entfernte sich anschließend in unbekannte Richtung.
Täterbeschreibung
Der Geldabholer wird wie folgt beschrieben:
- männlich
- etwa 30 bis 40 Jahre alt
- circa 180 Zentimeter groß
- schlanke Figur
- helle Haut
- schwarzes T-Shirt
- schwarze Baseballcap
Kriminalpolizei bittet um Hinweise
Die Kriminalpolizeiinspektion Würzburg ermittelt und sucht Zeugen.
Wer im Bereich der Breslauer Straße verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 0931/457-1732 bei der Kriminalpolizei Würzburg zu melden.
Polizei warnt erneut vor der Betrugsmasche
Die Polizei weist darauf hin, dass Telefonbetrüger ihre Geschichten immer wieder an aktuelle Ereignisse anpassen und ihre Opfer gezielt unter Druck setzen.
Die wichtigsten Verhaltenstipps der Polizei
- Legen Sie sofort auf, wenn Geld gefordert wird.
- Wählen Sie anschließend selbst die 110 und fragen Sie bei der Polizei nach.
- Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertsachen an unbekannte Personen.
- Polizei und Justiz fordern niemals telefonisch Geld oder Kautionen.
- Lassen Sie sich nicht von angezeigten Telefonnummern täuschen – durch sogenanntes Call ID-Spoofing können Betrüger beliebige Rufnummern vortäuschen. Die echte Polizei ruft niemals mit der 110 an.
- Sprechen Sie mit älteren Angehörigen, Freunden und Nachbarn über diese Betrugsmasche.
Die Polizei setzt deshalb ihre Präventionskampagnen „Leg‘ auf!“, „Ich schütze Oma und Opa“ sowie „Chill mal Oma“ fort, um insbesondere ältere Menschen besser vor solchen Straftaten zu schützen.
