Besonderen Besuch erhielt die Tafel Schweinfurt: Eine Gruppe aus Rio de Janeiro informierte sich vor Ort über die Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen und die Organisation der Lebensmittelrettung.
Die brasilianischen Gäste hielten sich im Rahmen der Partnerschaft des Evangelischen Dekanats Schweinfurt mit vier lutherischen Gemeinden in Rio de Janeiro in der Region auf. Begleitet wurden sie von deutschen Gemeindemitgliedern, die sich ebenfalls für die Arbeit der Tafel interessierten.
Die Besucher engagieren sich in den Favelas von Rio de Janeiro für Kinder und Jugendliche. Bei ihrem Rundgang durch die Schweinfurter Einrichtung erfuhren sie, wie gespendete Lebensmittel gerettet, sortiert und anschließend an bedürftige Menschen ausgegeben werden. Großes Interesse galt zudem der Organisation der Ausgabestellen und dem Einsatz der zahlreichen freiwilligen Helfer.
Andy Lang vom Vorstand der Tafel Schweinfurt und Doris Engelhardt, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit, führten die Gruppe durch die Räumlichkeiten und beantworteten zahlreiche Fragen. Dank der Übersetzung ins Portugiesische durch Erani Schabel entwickelte sich ein lebendiger Austausch über die unterschiedlichen sozialen Herausforderungen in Deutschland und Brasilien.
Manche gemeinsamen Anliegen benötigten allerdings keine Übersetzung. Schnell wurde deutlich, dass alle Beteiligten dasselbe Ziel verfolgen: Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen und ihnen neue Hoffnung zu geben.
Besonders erstaunt zeigten sich die Gäste darüber, dass die Tafel Schweinfurt ausschließlich durch ehrenamtliche Arbeit, Spenden und Zuwendungen getragen wird und ohne öffentliche Mittel auskommt. Rund 150 Ehrenamtliche sorgen dafür, dass die vielfältigen Aufgaben zuverlässig bewältigt werden können.
Die brasilianischen Gäste zeigten sich von der professionellen Organisation und dem großen Engagement beeindruckt. Gleichzeitig berichteten sie von eigenen Hilfsprojekten in Rio de Janeiro. In den dortigen Favelas begleiten sie Kinder und Jugendliche, unterstützen sie im Alltag und eröffnen ihnen neue Perspektiven.
Der Besuch machte deutlich, dass soziales Engagement keine Grenzen kennt. Trotz unterschiedlicher Lebensbedingungen verbindet die Beteiligten der Wunsch, anderen Menschen zu helfen. Beide Seiten empfanden die Begegnung als bereichernd. Zugleich unterstrich der Austausch, wie wichtig internationale Partnerschaften und das gegenseitige Lernen sind.
