Die erneuerbaren Energien haben im Jahr 2025 einen deutlichen Ausbau erlebt. Nach vorläufigen Zahlen der Bundesnetzagentur stieg die installierte Leistung von Erneuerbare-Energien-Anlagen zur Stromerzeugung um knapp 21 Gigawatt auf insgesamt rund 210 Gigawatt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von 11 Prozent. Den größten Anteil an dieser Entwicklung hatten erneut Solar- und Windenergie.
„Auch im letzten Jahr lag der Zubau bei Solar wieder ganz vorn. Die Gesamtleistung von 117 Gigawatt am Ende des Jahres zeigt einen guten Schritt in Richtung der Ausbauziele“, erklärte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. „Wind an Land hat 2025 deutlich aufgeholt und erreicht nun eine Gesamtleistung von 68,1 Gigawatt.“
Solarenergie bleibt wichtigste Säule
Der Zubau der Solarleistung belief sich 2025 auf 16,4 Gigawatt und lag damit etwas unter dem Wert des Vorjahres. Rund die Hälfte der neu installierten Leistung entfiel auf Gebäudesolaranlagen, die andere Hälfte auf Freiflächensolaranlagen. Im Jahr 2024 hatten Gebäudesolaranlagen noch deutlich überwogen.
Mit 4,5 Gigawatt verzeichnete Bayern den höchsten Solarzubau aller Bundesländer. Zum Jahresende 2025 betrug die installierte Solar-Gesamtleistung in Deutschland 117 Gigawatt. Um das Ausbauziel von 215 Gigawatt bis 2030 zu erreichen, wären künftig durchschnittlich 19,6 Gigawatt neuer Solarleistung pro Jahr erforderlich.
Auch steckerfertige Solaranlagen, sogenannte Balkonkraftwerke, spielen weiterhin eine wachsende Rolle. Rund 430.000 Anlagen wurden 2025 im Marktstammdatenregister erfasst. Ihr Anteil am gesamten Solarzubau lag bei 3,2 Prozent beziehungsweise 0,5 Gigawatt, nach 2,5 Prozent im Vorjahr.
Deutlicher Zuwachs bei Windenergie an Land
Die Windenergie an Land verzeichnete 2025 einen kräftigen Aufschwung. Mit 4,6 Gigawatt neu installierter Leistung wurde das Vorjahresniveau von 2,6 Gigawatt deutlich übertroffen. Der größte Anteil entfiel erneut auf Nordrhein-Westfalen mit 1,3 Gigawatt.
Gleichzeitig registrierte die Bundesnetzagentur Stilllegungen von rund 0,6 Gigawatt. Diese betreffen häufig ältere Anlagen, die im Rahmen von Repowering-Projekten durch leistungsstärkere Windräder ersetzt werden. Die installierte Gesamtleistung an Land lag Ende 2025 bei 68,1 Gigawatt. Bis 2030 soll sie auf 115 Gigawatt steigen, was einen jährlichen Zubau von durchschnittlich 9,4 Gigawatt erfordern würde.
Positiv bewertet die Bundesnetzagentur auch die Entwicklung bei den Genehmigungen: Für 20,8 GigawattWindenergie an Land wurden 2025 neue Genehmigungen erteilt – mehr als im ohnehin starken Vorjahr. In den kommenden Jahren wird daher mit weiter steigenden Inbetriebnahmen gerechnet.
Offshore-Wind: weniger Zubau, aber leistungsstarke Anlagen
Auf See fiel der Zubau 2025 geringer aus als im Vorjahr. Insgesamt wurden 0,3 Gigawatt neue Offshore-Windleistung in Betrieb genommen. Gleichzeitig gingen im November und Dezember die bislang leistungsstärksten Offshore-Anlagen ans Netz: Im Windpark „EnBW He Dreiht“ in der Nordsee verfügen die neuen Windräder über eine Bruttoleistung von jeweils 15 Megawatt. Weitere baugleiche Anlagen sollen in Kürze folgen.
Insgesamt sind in Nord- und Ostsee derzeit 9,5 Gigawatt Offshore-Windleistung installiert.
Biomasse bleibt stabil
Die installierte Leistung von Biomasseanlagen blieb 2025 nahezu konstant bei rund 9,2 Gigawatt. Stilllegungen im Jahresverlauf konnten durch neue Inbetriebnahmen ausgeglichen werden. Der Zubau lag bei etwa 55 Megawatt.
Datengrundlage und Ausblick
Die Zahlen basieren auf den Registrierungen im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Für den Monat Dezember 2025 wurden einzelne Werte geschätzt. Eine abschließende Auswertung der Zubauzahlen wird mit der monatlichen Veröffentlichung der Bundesnetzagentur Mitte Januar 2026 erfolgen.
Klar ist schon jetzt: Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat 2025 spürbar an Tempo gewonnen – insbesondere bei Solar und Wind an Land. Ob die ambitionierten Ziele für 2030 erreicht werden können, hängt jedoch davon ab, ob dieses Ausbau-Niveau in den kommenden Jahren weiter gesteigert werden kann.