Mann bei einer Stellungnahme zur Rentendebatte des DGB in Unterfranken
Symbolbild zur aktuellen Rentendebatte in Unterfranken.

Debatte um Rentenniveau: DGB kritisiert Kürzungsvorschläge scharf

Region -

Mit deutlichen Worten hat sich der Regionsgeschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für Unterfranken, Frank Firsching, zur aktuellen Debatte um das Rentenniveau geäußert. Hintergrund ist die politische Diskussion über eine mögliche Absenkung des Rentenniveaus von derzeit rund 48 Prozent des durchschnittlichen Erwerbseinkommens.

„Renten sind keine Almosen“, betont Firsching. Sie seien das Ergebnis jahrzehntelanger Erwerbsarbeit und Beitragsleistungen in die gesetzliche Rentenversicherung. Aus seiner Sicht werde die Debatte fälschlicherweise zu einem Generationenkonflikt zwischen Jung und Alt stilisiert.

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Laut DGB nehmen Altersarmut und finanzielle Unsicherheit im Ruhestand seit Jahren zu. Nach Angaben aus dem Rentenreport 2025 des DGB Bayern lag die durchschnittliche monatliche Bruttorente von Neurentnern in Unterfranken im Jahr 2023 bei 1.398 Euro, während Neurentnerinnen lediglich 861 Euro erhielten. Zum Vergleich: Die Armutsgefährdungsschwelle für Bayern betrug im selben Jahr 1.322 Euro monatlich für einen Einpersonenhaushalt.

Firsching warnt, dass eine weitere Absenkung des Rentenniveaus die Altersarmut verschärfen würde. Sinkt das Niveau etwa auf 44 Prozent, würde die durchschnittliche Rente eines Neu-Rentners in Unterfranken rechnerisch auf rund 1.281 Euro zurückgehen – rund 117 Euro weniger als bisher.

Kritik übt der DGB-Regionsgeschäftsführer insbesondere an Forderungen von Arbeitgeberverbänden und Teilen der Politik nach geringeren Rentenleistungen. Diese würden aus seiner Sicht vor allem Unternehmen finanziell entlasten, während Beschäftigte stärker in private Vorsorgesysteme gedrängt werden – ohne Arbeitgeberbeteiligung.

Einen Generationenkonflikt sieht Firsching hingegen nicht:
Angesichts von jährlich rund 400 Milliarden Euro Rentenzahlungen sowie ähnlich hohen Summen bei Erbschaften und Schenkungen liege das Kernproblem vielmehr bei der ungleichen Vermögensverteilung.

Als Lösungsansatz spricht sich der DGB-Unterfranken dafür aus, langfristig alle Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen – einschließlich Selbstständiger und bestimmter freier Berufe. Dies solle zu einer gerechteren Lastenverteilung und stabileren Finanzierung beitragen.

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