Für die unterfränkische Handwerkswirtschaft war das Jahr 2025 ein Jahr ohne echte Dynamik. Trotz einzelner Schwankungen über die Quartale hinweg blieb die Konjunktur insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres. Im Jahresdurchschnitt bewerteten 82,6 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend – ein leichter Rückgang um 0,9 Prozentpunkte im Vergleich zu 2024.
„Stabilität, oder auch Stagnation, bringt keinen Fortschritt“, fasst Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken, die Lage zusammen. Große Hoffnungen hatte die Branche in das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur gesetzt. Doch der erwartete Schub blieb aus. „2025 hat es nahezu keine Impulse für die Handwerkswirtschaft gegeben. Die Betriebe warten weiter auf das Ende der konjunkturellen Tristesse“, so Paul.
Als belastende Faktoren nennt die Handwerkskammer unter anderem globale Krisen, unsichere Zollpolitik, hohe Energiekosten, die Transformation der Industrie sowie ein sehr zurückhaltendes Konsumverhalten. Zwar erkenne man den politischen Willen, die Wirtschaft zu stärken, doch die Umsetzung gehe zu langsam voran. „Das Handwerk wird ungeduldig“, betont der Hauptgeschäftsführer.
Trotz der verhaltenen Entwicklung bleibt die Lage stabil. Die durchschnittliche Auftragsreichweite lag 2025 bei 11,4 Wochen, die Kapazitätsauslastung bei 75,8 Prozent. Für Ludwig Paul ist das jedoch kein Grund zur Entwarnung: „Wir brauchen schnellere Genehmigungsverfahren, weniger Bürokratie, bezahlbare Energie und eine Politik, die Unternehmertum stärkt.“
Kfz-Handwerk erneut Spitzenreiter
Im Gewerkevergleich zeigten sich vor allem die Betriebe des Kfz-Handwerks zufrieden. 89,8 Prozent bewerteten ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend – trotz gestiegener Einkaufspreise. Auch Bau- und Ausbaugewerbe lagen mit rund 85 Prozent über dem Durchschnitt.
Mit Blick auf das Jahr 2026 bleibt der Ausblick vorsichtig. Für das erste Quartal rechnet mehr als ein Viertel der Betriebe mit einer Verschlechterung der Lage. Dennoch setzt die Handwerkskammer auf einen Stimmungsumschwung. „2026 muss das Jahr des Wirtschaftswachstums werden“, fordert Paul. Das Handwerk sei bereit, seinen Beitrag zu leisten – „wenn die Rahmenbedingungen stimmen“.