Chefarzt Dr. Alexander Krebs und Mitarbeiterinnen des Leopoldina-Krankenhauses Schweinfurt präsentieren die Zertifikate der Deutschen Krebsgesellschaft für das Uroonkologische Zentrum.
Freude über die erfolgreiche Zertifizierung am Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt: Dr. med. Ute Neff (links), Stefanie Stäblein (2. v. l.), Tanja Sperl (2. v. r.) und Chefarzt Dr. med. Alexander Krebs (rechts) präsentieren die Zertifikate. Foto: Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt

Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt: Uroonkologisches Zentrum erhält wichtige Krebs-Zertifizierung

Schweinfurt - Das Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt hat einen wichtigen Meilenstein in der Krebsversorgung erreicht. Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) hat das Uroonkologische Zentrum erstmals zertifiziert. Damit werden die Qualitätsstandards bei der Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Menschen mit urologischen Krebserkrankungen offiziell bestätigt. Für Patientinnen und Patienten in Schweinfurt und der gesamten Region bedeutet dies eine wohnortnahe Versorgung nach überprüften medizinischen Standards.

Drei Krebsarten im Mittelpunkt der Behandlung

Das Uroonkologische Zentrum des Leopoldina-Krankenhauses vereint mehrere spezialisierte Bereiche unter einem Dach. Dazu gehören das bereits seit 2024 zertifizierte Prostatakarzinomzentrum, das jetzt erstmals zertifizierte Nierenkarzinomzentrum sowie das derzeit im Aufbau befindliche Harnblasenzentrum.

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Im Mittelpunkt steht die Behandlung von Menschen mit Prostata-, Nieren- und Harnblasenkrebs. Die Versorgung reicht von der ersten Untersuchung über die individuelle Therapieplanung bis zur langfristigen Nachsorge.

„Die Erstzertifizierung ist eine wichtige Bestätigung für die hohe fachliche Qualität und das große Engagement unseres gesamten Teams“, erklärt Chefarzt Dr. med. Alexander Krebs. „Unser Ziel ist es, Menschen mit urologischen Krebserkrankungen eine moderne, sichere und zugleich menschlich zugewandte Versorgung anzubieten – von der ersten Diagnose bis zur Nachsorge.“

Mehr als 400 neue Krebsfälle innerhalb eines Jahres

Wie wichtig eine spezialisierte Krebsversorgung für die Region ist, zeigen die Behandlungszahlen des Krankenhauses.

Im vergangenen Jahr versorgte die Klinik für Urologie und Kinderurologie unter der Leitung von Chefarzt Dr. Alexander Krebs insgesamt 227 Primärfälle von Prostatakrebs, 48 neu diagnostizierte Nierenkarzinome und 133 Primärfälle von Harnblasenkrebs.

Damit wurden allein in diesen drei Bereichen insgesamt 408 neu erfasste Krebsfälle behandelt.

Neben dem Prostatakarzinom liegt ein besonderer medizinischer Schwerpunkt auf der Behandlung von Nierenzell- und Harnblasenkarzinomen.

Spezialisten verschiedener Fachrichtungen arbeiten zusammen

Krebserkrankungen erfordern häufig komplexe Behandlungsentscheidungen. Deshalb setzt das Leopoldina-Krankenhaus auf eine enge Zusammenarbeit unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen.

Im Uroonkologischen Zentrum arbeiten unter anderem Spezialisten aus Urologie, Onkologie, Radiologie, Strahlentherapie, Radioonkologie, Nuklearmedizin und Pathologie sowie der Tumordokumentation zusammen.

Gemeinsam bewerten sie die individuellen Befunde und entwickeln auf die jeweilige Erkrankung abgestimmte Therapiekonzepte.

„Bei einer Krebserkrankung ist es entscheidend, die Behandlung exakt auf die individuelle Situation der Patientinnen und Patienten abzustimmen“, erläutert Dr. med. Ute Neff, Oberärztin und Zentrumskoordinatorin des Uroonkologischen Zentrums.

Durch die enge Vernetzung der beteiligten Fachdisziplinen könnten auch komplexe Krankheitsfälle gemeinsam beurteilt und geeignete Therapieentscheidungen getroffen werden.

Roboterassistierte Operationen gewinnen an Bedeutung

Ein besonderer Schwerpunkt der modernen Krebsbehandlung am Leopoldina-Krankenhaus ist die roboterassistierte Chirurgie.

Diese Operationsverfahren werden sowohl bei Eingriffen an der Prostata als auch bei der Entfernung von Nierentumoren eingesetzt. Bei Operationen an der Niere besteht das Ziel darin, den Tumor möglichst präzise zu entfernen und dabei gesundes Organgewebe zu erhalten, sofern dies medizinisch möglich ist.

Eine weitere Entwicklung betrifft die Behandlung von Harnblasenkrebs: Seit diesem Jahr bietet das Krankenhaus auch die vollständige roboterassistierte Entfernung der Harnblase einschließlich der Anlage einer Harnableitung an.

Dabei stehen sowohl kontinente als auch inkontinente Formen der Harnableitung zur Verfügung. Welches Verfahren infrage kommt, hängt von der jeweiligen Erkrankung und den individuellen Voraussetzungen der Patienten ab.

Krebsversorgung in Schweinfurt weiter gestärkt

Mit der Zertifizierung baut das Leopoldina-Krankenhaus seine Stellung als onkologischer Versorger in der Region weiter aus.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit der Zertifizierung zum Uroonkologischen Zentrum unsere Rolle als zentraler onkologischer Versorger in der Region weiter ausbauen“, sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Jürgen Winter.

Nach seinen Angaben profitieren die Patientinnen und Patienten insbesondere von kurzen Wegen, aufeinander abgestimmten Behandlungsabläufen und überprüften Qualitätsstandards.

Gerade für Krebspatienten kann eine wohnortnahe Versorgung eine wichtige Entlastung darstellen, da Untersuchungen, Therapien und Nachsorgetermine häufig über einen längeren Zeitraum notwendig sind.

Leopoldina bündelt mehrere spezialisierte Krebszentren

Das Uroonkologische Zentrum ist Teil des übergeordneten Onkologischen Zentrums des Leopoldina-Krankenhauses.

Dieses bündelt seit dem vergangenen Jahr die Kompetenzen mehrerer teilweise bereits seit vielen Jahren bestehender Organkrebszentren.

Dazu zählen das Brustkrebszentrum, das Gynäkologische Krebszentrum sowie das Viszeralonkologische Zentrum mit dem Pankreaskarzinom- und Darmkrebszentrum. Hinzu kommt das Uroonkologische Zentrum mit dem Prostata- und Nierenkarzinomzentrum.

Die Erstzertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft ist damit ein weiterer Schritt beim Ausbau der spezialisierten Krebsmedizin am Krankenhausstandort Schweinfurt.

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