Nach bisherigen Erkenntnissen wurde niemand verletzt. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung und warnt Eltern eindringlich davor, die gesammelten Süßigkeiten ihrer Kinder ungeprüft verzehren zu lassen.
Ebern: Nadel ragt aus originalverpacktem Schokoriegel
In Ebern im Landkreis Haßberge war am Samstagabend eine Gruppe mit mehreren Kindern im Siedlungsgebiet rund um die Schönhengststraße unterwegs, um Halloween-Süßigkeiten zu sammeln.
Als die Kinder später ihre Naschtüten ausleerten, fiel ein originalverpackter „Snickers Mini“ auf. Aus dem Schokoriegel ragte eine goldfarbene Nadel etwa zwei Zentimeter heraus.
Die Süßigkeit wurde der Polizei übergeben und sichergestellt. Bei der Kontrolle der übrigen gesammelten Süßigkeiten wurden keine weiteren Auffälligkeiten festgestellt.
An welchem Haus der manipulierte Schokoriegel ausgegeben wurde, ist bislang nicht bekannt.
Goldbach: Scharfkantiger Metallspan in Fruchtgummi entdeckt
Ein weiterer Vorfall wurde aus Goldbach im Landkreis Aschaffenburg gemeldet. Dort hatte eine Familie am Samstagabend im Bereich Kugelberg an zahlreichen Haustüren Süßigkeiten gesammelt.
Bei der anschließenden Kontrolle entdeckte die Familie in einem Fruchtgummi einen scharfkantigen Metallspan.
Nach Angaben der Polizei befand sich das Metallteil so in der Süßigkeit, dass es beim Verzehr möglicherweise unbemerkt hätte mitgegessen werden können.
Auch in diesem Fall lässt sich derzeit nicht feststellen, an welchem Anwesen das manipulierte Fruchtgummi ausgegeben wurde.
Eibelstadt: Fünf Zentimeter lange Nähnadel in Schokolade
In Eibelstadt im Landkreis Würzburg wurde am Montag ein weiterer gefährlicher Fund bekannt. Ein Kind entdeckte in einem an Halloween gesammelten Schokoriegel eine etwa fünf Zentimeter lange Nähnadel.
Die Nadel steckte im Schokoriegel. An der Verpackung war ein Einstichloch zu erkennen.
Die Polizei stellte die Süßigkeit sicher. Woher der präparierte Schokoriegel stammt, ist bislang ebenfalls ungeklärt.
Polizei ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung
Die Ermittler gehen den Vorfällen wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung nach.
Ob zwischen den einzelnen Fällen ein Zusammenhang besteht, ist derzeit nicht bekannt. Auch die Herkunft der manipulierten Süßigkeiten konnte bislang nicht geklärt werden.
Insgesamt sind damit vier Fälle aus Unterfranken bekannt geworden, darunter der bereits zuvor gemeldete Vorfall in Obernburg am Main.
Polizei appelliert an Eltern: Halloween-Süßigkeiten sorgfältig kontrollieren
Angesichts der neuen Fälle fordert das Polizeipräsidium Unterfranken Eltern zu besonderer Aufmerksamkeit auf.
Sämtliche an Halloween gesammelten Süßigkeiten sollten vor dem Verzehr sorgfältig überprüft werden. Besonders bei beschädigten Verpackungen, sichtbaren Einstichstellen oder ungewöhnlichen Veränderungen ist Vorsicht geboten.
Verdächtige Süßigkeiten dürfen keinesfalls gegessen oder weggeworfen werden. Stattdessen sollten sie der Polizei übergeben werden, damit mögliche Spuren gesichert und ausgewertet werden können.
Zeugen und weitere Betroffene gesucht
Die Polizei bittet Personen, die ähnliche Feststellungen gemacht haben oder Hinweise auf mögliche Verantwortliche geben können, sich bei ihrer örtlichen Polizeidienststelle zu melden.
Das Polizeipräsidium Unterfranken kündigte außerdem an, über seine Social-Media-Kanäle auf die Vorfälle aufmerksam zu machen und die Bevölkerung entsprechend zu warnen.
