Ein mutmaßlich antisemitisch motivierter Angriff in Höchberg im Landkreis Würzburg sorgt für Entsetzen. Ein Mann soll in der Nacht auf Montag, den 20. Juli 2026, wegen eines Ansteckers mit israelischer Flagge angegriffen und schwer verletzt worden sein. Das Opfer wird auf einer Intensivstation behandelt.
Nach Medienberichten handelt es sich bei dem Schwerverletzten um ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Würzburg. Bei dem festgenommenen Tatverdächtigen soll es sich um einen syrischen Mann handeln.
Angriff soll an einer Ampel begonnen haben
Nach Informationen der „Bild“ standen der Tatverdächtige und das spätere Opfer in Höchberg nebeneinander an einer Ampel. Der Mann soll den Israel-Anstecker an der Kleidung des Opfers bemerkt und ihn darauf angesprochen haben.
Im weiteren Verlauf soll der Tatverdächtige dem Mann unvermittelt ins Gesicht geschlagen haben. Als das Opfer versuchte zu flüchten, soll der Angreifer ihm gefolgt sein, ihn eingeholt und zu Boden gebracht haben.
Anschließend soll der Tatverdächtige mehrfach gegen den Kopf und den Oberkörper des am Boden liegenden Mannes getreten haben. Der Angriff soll erst durch das Eingreifen von Polizeibeamten beendet worden sein. Der Tatverdächtige wurde festgenommen.
Opfer erleidet schweren Wirbelbruch
Das Opfer erlitt nach den bislang vorliegenden Medieninformationen unter anderem einen Wirbelbruch. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht und wird dort auf der Intensivstation behandelt.
Dass sich das Opfer in Lebensgefahr befindet, wurde bislang nicht offiziell bestätigt. Gesichert berichtet wird derzeit von schweren Verletzungen. Weitere Angaben zum aktuellen Gesundheitszustand des Mannes liegen nicht vor.
Ermittlungen wegen versuchten Mordes
Nach Informationen der „Bild“ hat die zuständige Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Der Angriff werde demnach als versuchter Mord eingestuft. Die genauen Hintergründe und das mögliche Tatmotiv sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Eine offizielle Pressemitteilung der Polizei oder der Generalstaatsanwaltschaft zu dem Vorfall lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor. Mehrere Einzelheiten beruhen deshalb weiterhin auf Medienberichten und Angaben der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.
Mahnkundgebung in Würzburg angekündigt
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Würzburg zeigte sich bestürzt über den Angriff und erklärte ihre Solidarität mit ihrem schwer verletzten Mitglied. Zugleich verurteilte sie antisemitische Gewalt und forderte einen deutlichen gesellschaftlichen Widerspruch gegen Judenhass und Antisemitismus.
Für Freitag, den 24. Juli 2026, ist um 17 Uhr eine Mahnkundgebung am Unteren Markt in Würzburg angekündigt. Mit der Veranstaltung soll ein Zeichen gegen antisemitische Gewalt und für Solidarität mit dem Betroffenen gesetzt werden.
Für den festgenommenen Tatverdächtigen gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
