Mit der Neugestaltung des Friedhofs in Abersfeld reagiert die Gemeinde Schonungen auf veränderte Anforderungen an die Bestattungskultur. Immer mehr Menschen wünschen sich naturnahe und pflegearme Grabformen. Diesem Bedarf will die Gemeinde mit neuen Möglichkeiten zur Baumbestattung Rechnung tragen.
Gleichzeitig wurde das Friedhofsgelände durch zusätzliche Wege, gestaltete Grünbereiche und Plätze zum Verweilen aufgewertet. Der Friedhof soll damit nicht nur als Bestattungsort dienen, sondern auch Raum für persönliche Erinnerung und stilles Gedenken bieten.
Bürger beteiligten sich an der Friedhofsgestaltung
Bei der Planung und Umsetzung setzte die Gemeinde auf die Zusammenarbeit verschiedener Beteiligter. Eine wichtige Grundlage schuf Steffi Barthel aus dem Friedhofsteam, die eine Vorabplanung mit Visualisierung erarbeitete.
Auch ehrenamtlich engagierte Bürger brachten Vorschläge ein. Im Rahmen einer Bürgerversammlung wurden die Planungen vorgestellt, diskutiert und weiterentwickelt.
An der Umsetzung waren außerdem das Bauunternehmen Burger, das Planungsbüro Glanz und der gemeindliche Bauhof beteiligt. Letzterer achtete insbesondere darauf, dass die Anlage langfristig möglichst pflegearm bewirtschaftet werden kann.
Die Betreuung des Projekts auf Bauherrenseite übernahm Bautechniker Benjamin Schoninger.
Historische Kreuzwegstationen restauriert
Eine Besonderheit des Abersfelder Friedhofs sind seine historischen Kreuzwegstationen. Sie wurden im Zuge der Arbeiten restauriert, neu angeordnet und stärker in die Gestaltung der Anlage eingebunden.
Für diese Maßnahmen konnte die Gemeinde Schonungen Fördermittel einwerben. Damit soll ein bedeutender Bestandteil der örtlichen Friedhofskultur langfristig erhalten bleiben.
Bürgermeister Stefan Rottmann sieht in dem Projekt ein Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Fachleuten und Bevölkerung.
„Das Projekt zeigt, was wir in unserer Großgemeinde gemeinsam bewegen können. Wenn Bürgerschaft, Ehrenamt, Bauhof, Fachplaner und Verwaltung an einem Strang ziehen, entstehen Lösungen, die unsere Orte nachhaltig aufwerten“, erklärt Rottmann.
Zehn Friedhöfe stellen Schonungen vor finanzielle Herausforderungen
Neben den gestalterischen Verbesserungen spielte die Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle. Die Großgemeinde Schonungen unterhält insgesamt zehn Friedhöfe. Deren laufende Pflege, Instandhaltung und Weiterentwicklung verursachen entsprechende Kosten.
Nach Angaben der Gemeinde besteht eine besondere Herausforderung darin, zeitgemäße Bestattungsmöglichkeiten anzubieten und gleichzeitig die Friedhofsgebühren möglichst moderat zu halten.
Deshalb wurde bei der Planung in Abersfeld auch auf einen langfristig überschaubaren Pflegeaufwand geachtet. Unterschiedliche Interessen und Anforderungen machten dabei Kompromisse erforderlich.
Konkrete Angaben zu den Gesamtkosten der Friedhofserweiterung oder zur Höhe der eingeworbenen Fördermittel wurden nicht mitgeteilt.
Weitere Friedhöfe sollen schrittweise weiterentwickelt werden
Die Neugestaltung in Abersfeld ist Teil der langfristigen Weiterentwicklung der gemeindlichen Friedhöfe. Auch in anderen Ortsteilen gibt es nach Angaben der Verwaltung bereits entsprechende Ansätze.
„Wir wollen unsere Gemeinde aktiv und zukunftsorientiert gestalten. Dazu gehört auch, unsere Friedhöfe behutsam weiterzuentwickeln – mit Augenmaß, guten Ideen und einem klaren Blick auf die Kosten“, betont Bürgermeister Stefan Rottmann.
Mit den neuen Baumbestattungen, den restaurierten Kreuzwegstationen und den zusätzlichen Aufenthaltsbereichen verbindet die Gemeinde in Abersfeld moderne Bestattungsangebote mit dem Erhalt örtlicher Traditionen.
