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Alle einsteigen, bitte!

Damit die Rampe nicht zu steil steht, braucht der Bus eine Absenkautomatik oder die Haltestelle einen Bordstein in der richtigen Höhe. Foto: Katharina Gogel
Damit die Rampe nicht zu steil steht, braucht der Bus eine Absenkautomatik oder die Haltestelle einen Bordstein in der richtigen Höhe. Foto: Katharina Gogel
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Schulung für Busfahrer: Wie fahren Fahrgäste mit Behinderung gut und sicher im Bus?

Haßfurt – Einen besonderen Termin gab es in Sand am Main für Busfahrerinnen und Busfahrer – eine Schulung, wie man Fahrgäste mit Behinderung gut und sicher befördert.

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Die Idee dazu ist im Arbeitskreis Inklusion entstanden, der zwei Mal im Jahr im Landratsamt Haßberge stattfindet. Die BusClassic GmbH hat sofort großes Interesse signalisiert und auf ihr neues Betriebsgelände im Landkreis eingeladen. Dort kamen neun ihrer Fahrerinnen und Fahrer mit drei potentiellen Fahrgästen zusammen, die auf besondere Sensibilität und Unterstützung angewiesen sind.

Michael Schulz, der Behindertenbeauftragte der Stadt Haßfurt, selbst voll erblindet, erklärte den Anwesenden, wie sie sich am besten verhalten, wenn er an einer Haltestelle steht. Nach dem Öffnen der Türe an dem im Idealfall durch Bodenindikatoren gekennzeichneten Haltepunkt, folge am besten die freundliche Frage, wo er hinfahren wolle und ob er Hilfe brauche. Das Führen zum Sitzplatz und wieder hinaus wurde in Rollenspielen trainiert.

Genauso praktisch übten die Busfahrerinnen und Busfahrer den Umgang mit einem Fahrgast im Rollstuhl. Dabei gab Eva-Maria Fischer vom Verein fit4rolli e.V. wichtige Tipps zum Ein- und Ausstieg und dem sicheren Befestigen. Das Sanitätshaus Mannl+Hauck stellte für das Fahrpersonal einen Rollstuhl zur Verfügung, der rege genutzt wurde, um Handgriffe zu üben und selbst einmal die Perspektive zu wechseln.

Von Paul Moser aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Augsfeld kam unter anderem der Hinweis, dass Menschen mit Unsicherheiten beim Gehen zuerst sicher auf einem Sitzplatz sitzen sollten, bevor der Bus losfährt. Edwin Oppelt, der kommunale Behindertenbeauftragte des Landkreises, der selbst aktuell mit Krücken läuft, plädierte für einen unbefangenen und höflichen, „ganz normalen“ Umgang miteinander.

Alle Beteiligten erlebten den Austausch als sehr offen und gewinnbringend. Wichtige Fragen, für die im täglichen Fahrbetrieb keine Zeit bleibt, konnten angesprochen und geklärt werden. So könnten Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Wahrnehmung den Bus besser und sicherer nutzen und das sei gerade auch mit Blick auf das steigende Lebensalter in unseren Gemeinden sehr wichtig, sagten die Inklusionskoordinatorin Natalie Harfst und Karin Graf vom ÖPNV des Landkreises Haßberge.

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