Ein Rentner aus Zeil am Main im Landkreis Haßberge ist am Donnerstagabend Opfer eines Telefonbetrugs geworden. Unbekannte brachten den Mann mit einer erfundenen medizinischen Notlage dazu, Bargeld und Schmuck im Gesamtwert von rund 50.000 Euro an einen fremden Mann zu übergeben. Die Kriminalpolizei Würzburg hat die Ermittlungen übernommen.
Anrufer behaupteten, der Sohn sei schwer erkrankt
Die Betrüger meldeten sich am Donnerstag telefonisch bei dem Rentner und behaupteten, sein Sohn liege wegen einer Krebserkrankung im Krankenhaus. Für dringend benötigte Medikamente müsse kurzfristig Geld aufgebracht werden.
Mit dieser Geschichte setzten die Täter den Mann offenbar so unter Druck, dass er sich zur Übergabe seiner Wertsachen bewegen ließ.
Zwischen 19:25 Uhr und 20:00 Uhr erschien ein bislang unbekannter Mann an einem Einfamilienhaus in der Bamberger Straße in Zeil am Main. Dort übergab ihm der Rentner Bargeld und Schmuck in einer weißen Tasche der Marke MCM.
Anschließend verließ der Abholer das Grundstück und flüchtete. Der entstandene Schaden beläuft sich nach Polizeiangaben auf rund 50.000 Euro.
Polizei sucht Mann mit weißem Kombi
Im Zuge der Ermittlungen veröffentlichte die Polizei eine Beschreibung des mutmaßlichen Abholers.
Der gesuchte Mann soll etwa 35 Jahre alt und hellhäutig sein. Zur Tatzeit trug er eine Jeans, ein Sakko und eine dunkle Baseballkappe.
Nach der Übergabe führte er eine weiße MCM-Tasche mit sich. Außerdem soll er mit einem weißen Kombi unterwegs gewesen sein.
Die Kriminalpolizei Würzburg bittet Personen, die am Donnerstagabend im Bereich der Bamberger Straße verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich zu melden.
Zeugenhinweise nimmt die Kriminalpolizei Würzburg unter der Telefonnummer 0931/457-1732 entgegen.
Polizei warnt vor Betrug mit angeblichen Notfällen
Die Vorgehensweise entspricht einer bekannten Betrugsmasche. Kriminelle geben sich am Telefon als Angehörige oder andere Personen aus und schildern eine angebliche Notlage. Häufig behaupten sie, ein Familienmitglied sei schwer erkrankt oder benötige aus anderen Gründen dringend Geld.
Ziel ist es, die Angerufenen emotional unter Druck zu setzen und zu einer schnellen Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen zu bewegen.
Das Polizeipräsidium Unterfranken informiert mit verschiedenen Präventionskampagnen über solche Betrugsversuche. Dazu gehören die Initiative „Leg‘ auf!“ sowie die Projekte „Ich schütze Oma und Opa“ und „Chill mal Oma“.
Besonders junge Menschen sollen dabei helfen, ältere Familienangehörige und Bekannte über die Methoden der Täter aufzuklären.
So kannst du dich und deine Angehörigen schützen
Die Polizei empfiehlt, bei verdächtigen Anrufen folgende Hinweise zu beachten:
- Beende das Gespräch, wenn unbekannte Anrufer plötzlich Geld oder Wertsachen verlangen.
- Kontaktiere betroffene Angehörige selbst über eine dir bekannte Telefonnummer.
- Übergib niemals Bargeld oder Schmuck an unbekannte Personen.
- Lass dich nicht von angeblichen Polizeibeamten oder anderen Amtspersonen unter Druck setzen.
- Beachte, dass Betrüger Telefonnummern manipulieren können. Eine angezeigte Rufnummer ist kein Beweis für die Identität des Anrufers.
- Informiere ältere Angehörige, Freunde und Nachbarn über diese Betrugsmaschen.
Bei einem Betrugsverdacht solltest du die Polizei unter der Notrufnummer 110 verständigen.
Weitere Informationen bietet das Polizeipräsidium Unterfranken im Rahmen seiner Präventionskampagne „Leg‘ auf!“.