Vorstellung der neuen Ausgabe von Friedrich Rückerts Koran-Übertragung in Schweinfurt mit Oberbürgermeister Sebastian Remelé und Herausgebern
Vorstellung der aktualisierten Ausgabe von Friedrich Rückerts „Der Koran Mohammed’s, aus dem Arabischen poetisch übertragen“ im Trausaal der Stadt Schweinfurt. Im Bild von links: Prof. Dr. Maximilian Bergengruen (1. Vorsitzender der Rückert-Gesellschaft), Dr. Rudolf Kreutner (Herausgeber), Prof. Dr. Hartmut Bobzin (Herausgeber) und Oberbürgermeister Sebastian Remelé. Foto: Stadt Schweinfurt / Marina Euler

Schweinfurt würdigt Friedrich Rückert mit neuer Edition seiner Koran-Übertragung

Schweinfurt -

Ein bedeutendes Werk der orientalisch-deutschen Literaturgeschichte ist in einer neuen Ausgabe erschienen: Friedrich Rückerts „Der Koran Mohammed’s, aus dem Arabischen poetisch übertragen“ liegt nun in einer aktualisierten Edition im Wallstein Verlag vor. Die Veröffentlichung erfolgte im Rahmen der „Historisch-kritischen Edition der Werke Friedrich Rückerts“.

Der Dichter und Orientalist Friedrich Rückert arbeitete zwischen 1836 und 1839/40 an seiner auszugsweisen Übertragung des Korans aus dem Arabischen. Veröffentlicht wurde das Werk jedoch erst 1888 – posthum zu seinem 100. Geburtstag.

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Die nun erschienene Ausgabe wurde von Rudolf Kreutner generalrevidiert. Grundlage bildet die 1995 veröffentlichte Edition des Koran-Experten Hartmut Bobzin sowie des Orientalisten Wolfdietrich Fischer, die nun umfassend überarbeitet und an den aktuellen Forschungsstand angepasst wurde.

Neue Quellen liefern Einblicke

Besonders bemerkenswert an der neuen Edition ist die Auswertung bisher unbekannter Quellen. Neu entdeckte Briefe und Notizen Rückerts geben erstmals tiefere Einblicke in die Gedanken des Dichters zu seiner Übersetzungsarbeit.

Die Ausgabe dokumentiert damit nicht nur eine aktualisierte Textfassung, sondern auch die Entstehungsgeschichte dieses außergewöhnlichen Übersetzungsprojekts.

Rückert betrachtete den Koran offenbar weniger als reinen religiösen Offenbarungstext, sondern vielmehr als sprachlich hochkomplexen Text der Spätantike. Aus diesem Grund scheute er – entsprechend der damaligen philologischen Praxis – auch inhaltliche Neuanordnungen und Auslassungen, um seine poetische Übertragung zu gestalten.

Präsentation in Schweinfurt

Die offizielle Vorstellung der neuen Edition fand am 27. Februar in Schweinfurt statt. An der Veranstaltung nahmen unter anderem Oberbürgermeister Sebastian Remelé, die Herausgeber und Bearbeiter der Schweinfurter Edition sowie Mitglieder der Rückert-Gesellschaft teil.

Mit der Veröffentlichung wird erneut die Bedeutung Friedrich Rückerts als kultureller Vermittler zwischen Orient und Okzident hervorgehoben. Gleichzeitig macht die neue Edition eines der faszinierendsten Projekte der deutschen Literaturgeschichte in einer wissenschaftlich aktualisierten Form zugänglich.

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