Medikamente, Thermometer und eine kranke Person im Hintergrund symbolisieren die Debatte um Gesundheitsreform und Teilkrankschreibung.
Wer krank ist, soll nicht noch zusätzlich leiden: „Höhere Zuzahlungen für Medikamente gehen ins Geld. Außerdem kann der Staat die Mehrwertsteuer für Arzneimittel von derzeit 19 auf künftig 7 Prozent senken und so Patienten und Krankenkassen entlasten“, sagt Ibo Ocak von der Gewerkschaft NGG Unterfranken. Darauf sollen die heimischen Bundestagsabgeordneten achten, wenn sie demnächst über die Gesundheitsreform abstimmen. Außerdem lehnt die NGG die geplante Teilkrankschreibung ab. (Foto: Tobias Seifert/NGG)

Schweinfurter Gewerkschaft kritisiert geplante Gesundheitsreform

Schweinfurt -

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Unterfranken übt deutliche Kritik an den geplanten Änderungen im Gesundheitswesen. Besonders die geplante Teilkrankschreibung sowie höhere Zuzahlungen für Medikamente stoßen bei der Gewerkschaft auf massiven Widerstand.

Ibo Ocak, Geschäftsführer der NGG Unterfranken, warnt davor, dass die geplanten Maßnahmen vor allem zulasten der Versicherten gehen würden. Künftig könnten bei Medikamenten höhere Eigenbeteiligungen fällig werden. Stattdessen fordert die Gewerkschaft eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel von derzeit 19 auf 7 Prozent.

Anzeige
werbung-nuus

„Ob Tabletten, Tropfen, Salben oder Infusionen – niedrigere Steuern auf Medikamente würden die Menschen direkt entlasten“, erklärt Ocak. Gleichzeitig müsse sichergestellt werden, dass die Preisvorteile tatsächlich bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen.

Besonders kritisch sieht die NGG die von der Bundesregierung diskutierte Teilkrankschreibung. Demnach könnten Beschäftigte künftig trotz Krankheit teilweise weiterarbeiten – beispielsweise im Homeoffice oder mit reduzierter Arbeitszeit.

„Wer krank zur Arbeit geht, hilft weder sich noch dem Betrieb“, betont Ocak. Im schlimmsten Fall würden Erkrankungen verschleppt und könnten chronisch werden.

Als Beispiel nennt die Gewerkschaft Berufe im Bäckerhandwerk oder in der Gastronomie. Gerade dort seien Zeitdruck und körperliche Belastung besonders hoch. Halb oder teilweise arbeitsfähige Beschäftigte könnten den Anforderungen häufig kaum gerecht werden.

Die NGG befürchtet zudem, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter Druck geraten könnten, früher an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Zwar müssten beide Seiten zustimmen, doch „sanfter Druck“ oder klare Aufforderungen durch Arbeitgeber seien aus Sicht der Gewerkschaft denkbar.

Mit Blick auf die Bundestagsabgeordneten aus Schweinfurt und der Region appelliert die NGG Unterfranken deshalb, die geplanten Änderungen zu überdenken und insbesondere „von der Teilkrankschreibung die Finger zu lassen“.

Die Gewerkschaft warnt insgesamt vor einem zunehmenden Sozialabbau und kritisiert die anhaltenden Debatten über Einsparungen im Sozialstaat. Statt weiterer Belastungen für Beschäftigte müsse die Politik stärker gegen soziale Ungleichheit vorgehen.

Diesen Beitrag teilen

Facebook
WhatsApp
Email

Weitere Nachrichten

21. Juli 2026
Der BRK-Hausnotruf bietet pflegebedürftigen Menschen rund um die Uhr Unterstützung zu Hause und gibt Angehörigen während des Urlaubs und im … mehr
21. Juli 2026
Der MHV Schweinfurt 09 eröffnet am 24. Juli seine neue Heimspielstätte in der Paul-Maar-Halle mit einem Testspiel gegen die Wölfe … mehr
21. Juli 2026
Der BR zeigt 38 Spiele der Regionalliga Bayern live. Zum Auftakt trifft der 1. FC Schweinfurt 05 auf Aubstadt, danach … mehr
21. Juli 2026
Ab August 2026 erweitern die Stadtwerke Schweinfurt das Fernwärmenetz in der Auenstraße. Parkverbote und zeitweise Vollsperrungen sind während der Bauzeit … mehr
20. Juli 2026
Retka und Dengel gewinnen Medaillen bei den Bayerischen Leichtathletik-Meisterschaften in Aichach. Schweinfurts Nachwuchs erzielt viele Bestleistungen. … mehr
20. Juli 2026
Ein schwarzer Opel fährt auf der B303 bei Euerbach in Schlangenlinien und gerät auf die Gegenfahrbahn. Die Polizei sucht gefährdete … mehr