Die Nachfrage nach Wohnimmobilien in Bayern hat sich im Jahr 2025 weiter erholt. Nach Angaben der LBS Landesbausparkasse Süd, des Sparkassenverbands Bayern und der Sparkassen-Immobilien-Vermittlungs-GmbH sorgen stabile Finanzierungsbedingungen und ein eingependeltes Zinsniveau für neues Vertrauen bei Kaufinteressenten.
Wie die Vertreter der Sparkassen-Finanzgruppe bei der Vorstellung ihres aktuellen Marktspiegels erläuterten, habe sich der Markt für gebrauchte Wohnimmobilien im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Viele Menschen hätten sich inzwischen an die veränderten Rahmenbedingungen nach dem Ende der Niedrigzinsphase angepasst.
„Nach wie vor wünscht sich die Mehrheit der Menschen in Deutschland ein Eigenheim“, betonte Erwin Bumberger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der LBS Süd. Neben dem Wunsch nach einer sicheren Altersvorsorge spiele zunehmend auch die Sorge vor weiter steigenden Mieten eine wichtige Rolle.
Deutlich mehr Wohnungsbaukredite
Die bayerischen Sparkassen verzeichneten im vergangenen Jahr einen starken Anstieg bei der Finanzierung von Wohneigentum. Insgesamt wurden Wohnungsbaukredite in Höhe von 10,7 Milliarden Euro zugesagt. Das entspricht einem Plus von mehr als 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auch die tatsächlichen Auszahlungen stiegen deutlich an. Mit 9,8 Milliarden Euro lag das Volumen knapp 18 Prozent über dem Wert des Vorjahres.
Stefan Proßer, Vizepräsident des Bayerischen Sparkassenverbands, sieht darin ein klares Signal:
„Die Entwicklung zeigt den anhaltenden Wunsch vieler Menschen nach den eigenen vier Wänden.“
Leichte Erholung beim Wohnungsbau
Nachdem die Zahl der Baugenehmigungen infolge der Zinswende ab Herbst 2022 deutlich eingebrochen war, zeichnet sich inzwischen eine vorsichtige Trendwende ab. Im Jahr 2025 wurden in Bayern rund fünf Prozent mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahr.
Damit kehrt der Markt langsam auf einen Wachstumspfad zurück, nachdem 2024 noch ein Rückgang von rund zwölf Prozent verzeichnet worden war.
Hoher Modernisierungsbedarf bei Bestandsimmobilien
Neben Neubauten rückt auch die Modernisierung bestehender Immobilien stärker in den Fokus. Laut einer repräsentativen LBS-Studie sind fast drei Viertel der Immobilien von Eigentümern und Vermietern älter als 25 Jahre.
Knapp zwei Drittel der Befragten sehen einen mittleren bis hohen Modernisierungsbedarf. Fast die Hälfte plant innerhalb der kommenden drei Jahre Investitionen in ihre Immobilie. Als wichtigste Gründe werden die Verbesserung des Wohnkomforts, niedrigere Energiekosten sowie die langfristige Wertsteigerung genannt.
Sparkassen bleiben Marktführer
Auch bei der Vermittlung von Wohnimmobilien konnte die Sparkassen-Finanzgruppe ihre führende Position in Bayern behaupten. Die Zahl der vermittelten Kaufobjekte stieg 2025 um 4,2 Prozent.
In der Region Schweinfurt-Haßberge blickt die Sparkasse ebenfalls auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Vorstandsmitglied Roberto Nernosi betonte, dass die Sparkasse ihre Marktführerschaft in der Region erneut behaupten konnte.
Preise steigen wieder leicht
Laut Marktspiegel setzte sich der bereits Anfang 2024 begonnene Aufwärtstrend bei den Preisen für Bestandsimmobilien im vergangenen Jahr fort. Die Preissteigerungen bewegen sich jedoch weiterhin deutlich unter den Höchstständen, die vor dem Ende der Niedrigzinsphase im Jahr 2022 erreicht wurden.
Experten sehen darin eine gesunde Marktentwicklung. Käufer profitieren weiterhin von einem größeren Angebot als während der Boomjahre, während Verkäufer wieder mit stabileren Preisen rechnen können.
Unsicherheitsfaktor bleibt die internationale Lage. Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges könnten die Erholung des Immobilienmarktes nach Einschätzung der Sparkassen-Finanzgruppe künftig bremsen.
Der vollständige Marktspiegel mit Preisübersichten für Häuser, Eigentumswohnungen und Baugrundstücke in allen bayerischen Landkreisen steht online zur Verfügung. Für Interessenten bietet er einen detaillierten Überblick über die aktuelle Marktsituation vor Ort.
