Photovoltaikanlage auf dem Ziegeldach eines Wohnhauses
Eine herkömmliche Photovoltaikanlage schaltet sich bei einem Ausfall des öffentlichen Stromnetzes in der Regel automatisch ab. (Foto: KI-generiert)

Stromausfall im Haus: Was eine Solaranlage dann noch leisten kann

Schweinfurt -

Viele Haushalte setzen auf Photovoltaik, um einen Teil ihres Strombedarfs selbst zu decken und unabhängiger von ihrem Energieversorger zu werden. Doch bei einem Ausfall des öffentlichen Stromnetzes schalten sich die meisten Solaranlagen automatisch ab. Damit weiterhin Energie zur Verfügung steht, sind besondere technische Voraussetzungen erforderlich.

Unabhängigkeit hat ihre Grenzen

Eine Photovoltaikanlage kann die Stromkosten senken und die Abhängigkeit von steigenden Energiepreisen verringern. Eine vollständig unabhängige Versorgung erreichen allerdings nur wenige Haushalte.

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„Die Stromproduktion schwankt je nach Tages- und Jahreszeit deutlich, deshalb bleibt der Anschluss an das Stromnetz fast immer notwendig“, erklärt Sigrid Goldbrunner, Energieexpertin der Verbraucherzentrale Bayern.

Wie viel Strom eine Anlage erzeugt, hängt unter anderem von der Sonneneinstrahlung, der Größe und Ausrichtung der Module sowie der Jahreszeit ab.

Warum die Solaranlage bei Stromausfall abschaltet

Viele Besitzer einer Photovoltaikanlage gehen davon aus, dass diese während eines Stromausfalls automatisch weiter Energie liefert. Bei einer gewöhnlichen, mit dem öffentlichen Netz verbundenen Anlage ist das jedoch nicht der Fall.

Bricht die öffentliche Stromversorgung zusammen, schaltet sich die Photovoltaikanlage in der Regel ebenfalls ab. Auch dann, wenn auf dem Dach gerade ausreichend Sonnenlicht zur Stromproduktion vorhanden wäre.

Notstrom versorgt einzelne Geräte

Wer bei einem Netzausfall zumindest einzelne Geräte weiterbetreiben möchte, benötigt eine Solaranlage mit Notstromfunktion. Häufig handelt es sich dabei um eine separate Backup-Steckdose am Wechselrichter.

Die Leistung dieser Lösung ist begrenzt. Sie kann beispielsweise ausreichen, um eine Beleuchtung zu betreiben oder Smartphones und andere mobile Geräte aufzuladen. Bei vielen modernen Anlagen ist eine solche Funktion bereits verfügbar oder kann als zusätzliche Ausstattung eingeplant werden.

Ersatzstrom kann größere Bereiche versorgen

Eine Ersatzstromversorgung geht einen Schritt weiter. Sie kann bei einem Stromausfall automatisch größere Bereiche des Haushalts weiter mit Energie versorgen.

Dafür wird eine entsprechend ausgelegte Anlage benötigt. Neben der Photovoltaikanlage gehören dazu ein geeigneter Wechselrichter, eine Umschalteinrichtung und möglichst ein Batteriespeicher. Für diese technische Ausstattung müssen Haushalte mit zusätzlichen Kosten rechnen.

Notstrom bereits bei der Planung berücksichtigen

„Nicht jede PV-Anlage kann bei einem Stromausfall selbständig wieder starten oder das Haus unabhängig vom öffentlichen Netz mit Strom versorgen“, betont Goldbrunner.

Wer sich eine Not- oder Ersatzstromversorgung wünscht, sollte diese Funktion deshalb bereits bei der Planung der Anlage berücksichtigen. Bei bestehenden Photovoltaikanlagen sollte ein Fachbetrieb prüfen, ob eine Nachrüstung technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist.

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