Vertreter aus Politik und Polizei bei der Inbetriebnahme der Videoüberwachungsanlage in der Hadergasse in Schweinfurt
Innenstaatssekretär Sandro Kirchner (Mitte) stellte gemeinsam mit CSU-OB-Kandidat Oliver Schulte, MdL Martina Gießübel sowie Vertretern der Polizei die neue Videoüberwachungsanlage in der Hadergasse in Schweinfurt vor. Foto: Heinrich Wullhorst

Videoüberwachung in Schweinfurter Hadergasse startet – Kameras sollen Sicherheit erhöhen

Schweinfurt -

Mehr Sicherheit für die Innenstadt: In der Hadergasse und der angrenzenden Wolfsgasse ist ab sofort eine temporäre Videoüberwachungsanlage in Betrieb. Innenstaatssekretär Sandro Kirchner übergab die Anlage offiziell ihrer Bestimmung. Ziel ist es, die Sicherheit in diesem Bereich der Schweinfurter Innenstadt zu erhöhen und Straftaten besser aufklären zu können.

Die Kameras sind rund um die Uhr aktiv und überwachen einen Bereich, der in den vergangenen Jahren verstärkt in den Fokus der Polizei geraten ist. Nach Angaben der Verantwortlichen hat sich die Zahl der registrierten Straftaten dort innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt – von 146 auf 322 Fälle jährlich. Besonders häufig registriert wurden Körperverletzungen, Bedrohungen sowie Delikte im Zusammenhang mit offenem Drogenhandel.

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Anlage zunächst für sechs Monate vorgesehen

Die Videoüberwachungsanlage ist als temporär-stationäres System konzipiert. Die Kameras befinden sich auf einem hohen Mast und ermöglichen ein weites Sichtfeld über Teile der Hadergasse und Wolfsgasse.

Der Betrieb ist zunächst für mindestens sechs Monate vorgesehen. Danach soll überprüft werden, ob sich die Kriminalitätslage durch die Maßnahme verändert hat.

Die Aufnahmen werden laut Behörden nach 21 Tagen automatisch gelöscht, sofern sie nicht zur Aufklärung konkreter Straftaten benötigt werden.

Erfahrungen aus Würzburg dienen als Beispiel

Als Beispiel für die Wirkung solcher Maßnahmen wird häufig Würzburg genannt. Dort wurden im September 2023 am Barbarossaplatz und am Bahnhofsvorplatz vergleichbare Kameras installiert.

Nach einem Jahr zeigten sich laut Polizei deutliche Effekte:
Am Barbarossaplatz sank die Zahl der Körperverletzungen von 40 auf 19 Fälle. Auch andere Delikte gingen zurück. Zudem konnten zahlreiche Straftaten mithilfe der Videoaufzeichnungen aufgeklärt werden.

Diskussion über Maßnahme

Die Einführung der Videoüberwachung wird in der Kommunalpolitik unterschiedlich bewertet. Befürworter sehen darin ein wirksames Mittel gegen Kriminalität an bekannten Brennpunkten. Kritiker warnen dagegen vor Symbolpolitik oder möglichen Verlagerungseffekten in andere Stadtbereiche.

Die Verantwortlichen betonen jedoch, dass die Anlage nur nach umfangreicher rechtlicher Prüfung installiert werden konnte. Grundlage dafür ist das Bayerische Polizeiaufgabengesetz (PAG), das hohe Anforderungen an anlassbezogene Videoüberwachung stellt.

Ziel: Mehr Sicherheit und bessere Aufklärung

Die neue Anlage soll sowohl präventiv wirken als auch die Aufklärung von Straftaten erleichtern. Ergänzend setzt die Stadt weiterhin auf Polizeipräsenz und begleitende Maßnahmen wie Projekte zur Unterstützung von Ordnung und Sicherheit in der Innenstadt.

Ob sich die Videoüberwachung langfristig auf die Kriminalitätsentwicklung auswirkt, soll nach Ablauf der Testphase ausgewertet werden.

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