Teilnehmer des Energiekongresses Mainfranken 2026 mit IHK-Präsidentin Caroline Trips diskutieren über Stromnetze und Energiewende.
IHK-Präsidentin Caroline Trips (5. v. l.) begrüßte zahlreiche Referenten zum Energiekongress Mainfranken. Unter dem Titel „Stromnetze – Nadelöhr der Energiewende?“ diskutierten rund 80 Vertreter aus Wirtschaft, Energiewirtschaft, Politik und Wissenschaft über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im Hinblick auf Netzkapazitäten, Anschlussprozesse und regulatorische Rahmenbedingungen. Foto: Marcel Gränz

„Wir müssen einfach machen“: Wirtschaft warnt vor Stromnetz-Engpässen

Schweinfurt/ Würzburg - Der Ausbau der Stromnetze bleibt eine der größten Herausforderungen für das Gelingen der Energiewende. Beim Energiekongress Mainfranken 2026 in Würzburg diskutierten rund 80 Vertreter aus Wirtschaft, Energiewirtschaft, Politik und Wissenschaft über Netzkapazitäten, Anschlussprozesse und notwendige Rahmenbedingungen für die Energieversorgung der Zukunft.

Unter dem Titel „Stromnetze – Nadelöhr der Energiewende?“ wurde deutlich, dass leistungsfähige Netze eine zentrale Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland sind. IHK-Präsidentin Caroline Trips machte bereits zu Beginn der Veranstaltung deutlich, dass Infrastruktur künftig höchste Priorität erhalten müsse. Unternehmen seien auf schnelle und verlässliche Netzanschlüsse angewiesen, während Netzbetreiber gleichzeitig mit steigenden Anforderungen und komplexen Genehmigungsverfahren konfrontiert seien.

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Dr. Niclas Wenz von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) warnte in seinem Impulsvortrag vor steigenden Belastungen durch Netzentgelte. Deutschland bewege sich von einer Krise der Energiepreise zunehmend hin zu einer Krise der Netzkosten. Dr. Johannes Hilpert von der Stiftung Umweltenergierecht erläuterte aktuelle politische Entwicklungen und ordnete das von der Bundesregierung vorgestellte Netzpaket ein.

Aus Sicht der Netzbetreiber schilderten Jürgen Kriegbaum von der ÜZ Mainfranken eG sowie Thomas Kästner von den Stadtwerken Schweinfurt die Herausforderungen beim Ausbau der Infrastruktur. Insbesondere der starke Zubau dezentraler Energieerzeugung sowie neue Verbrauchsformen wie Elektromobilität würden die bestehenden Netze zunehmend belasten. Kästner betonte zudem die enge Verbindung zwischen Stromnetzen, Glasfaserausbau, Wärmeversorgung und Mobilität.

Auch Unternehmen berichteten von praktischen Problemen bei Netzanschlüssen und Investitionen. Helge Rauthe von der ACO-Gruppe sowie Marcus Wieser von der Geis-Gruppe verdeutlichten, wie wichtig Planungssicherheit für die Umsetzung klimafreundlicher Technologien ist. Wieser verglich die Elektrifizierung einer Flotte von 800 Lastkraftwagen mit einem Marathon, der langfristige Investitionen und verlässliche Rahmenbedingungen erfordere.

In der abschließenden Diskussion waren sich die Teilnehmer einig, dass technische Innovationen allein nicht ausreichen. Entscheidend seien eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Netzbetreibern und Politik sowie schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren. Das gemeinsame Fazit lautete: Nur mit stabilen Rahmenbedingungen und konsequentem Handeln lassen sich die Herausforderungen der Energiewende erfolgreich bewältigen.

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