Besonders auffällig: Rund ein Drittel der Befragten, 32 Prozent, schläft weniger als sechs Stunden. Fünf Prozent kommen nach eigenen Angaben sogar auf weniger als fünf Stunden Schlaf pro Nacht. Zwischen Männern und Frauen zeigen sich bei der Schlafdauer kaum Unterschiede.
57 Prozent berichten von Schlafproblemen
Neben einer kurzen Schlafdauer sind auch konkrete Schlafbeschwerden weit verbreitet. 57 Prozent der Befragten hatten nach Angaben der AOK Bayern innerhalb der vergangenen drei Monate wiederkehrende oder anhaltende Schlafprobleme.
Frauen sind mit 62 Prozent häufiger betroffen als Männer mit 52 Prozent. 15 Prozent berichten, nahezu jede Nacht Probleme mit dem Schlaf zu haben. Weitere 31 Prozent leiden ein- oder mehrmals pro Woche darunter.
Am häufigsten genannt werden Schwierigkeiten beim Durchschlafen. 81 Prozent der Betroffenen berichten davon. Probleme beim Einschlafen nennen 49 Prozent, frühes Erwachen 43 Prozent.
Schlafprobleme unterscheiden sich je nach Alter
Auch das Alter spielt eine Rolle. Bei den 18- bis 39-Jährigen treten besonders häufig Einschlafprobleme auf. 64 Prozent dieser Altersgruppe berichten davon.
Bei Menschen ab 40 Jahren stehen dagegen Durchschlafprobleme im Vordergrund. Mehr als 80 Prozent der Betroffenen in diesen Altersgruppen geben entsprechende Beschwerden an.
Müdigkeit und Erschöpfung gehören zu den häufigsten Folgen
Schlechter Schlaf macht sich bei vielen Betroffenen auch im Alltag bemerkbar. 66 Prozent nennen Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit als Folge ihrer Schlafprobleme.
45 Prozent fühlen sich nach eigenen Angaben im Alltag weniger belastbar. 42 Prozent berichten von einer geringeren Leistungsfähigkeit im Beruf oder Studium. Nur elf Prozent geben an, durch ihre Schlafprobleme keine Auswirkungen auf Alltag, Gesundheit oder Wohlbefinden zu spüren.
Stress ist häufigster Grund für schlechten Schlaf
Als wichtigste Ursache für Schlafprobleme nennen die Befragten Stress und psychische Belastungen im Alltag oder Beruf. 65 Prozent führen schlechten Schlaf darauf zurück.
An zweiter Stelle steht eine unangenehme Raumtemperatur mit 43 Prozent. Körperliche Beschwerden nennen 38 Prozent als Ursache.
Annette Lutz, Bereichsleiterin Gesundheitsförderung bei der AOK Bayern, weist darauf hin, dass Menschen unterschiedlich auf Belastungen reagieren. Entscheidend sei, wahrzunehmen, wann Schlafprobleme zunehmend zur Belastung werden.
Ein Viertel der Betroffenen hat laut Umfrage bereits ärztliche oder psychologische Beratung wegen der Schlafprobleme in Anspruch genommen. Sechs Prozent geben an, verschreibungspflichtige Schlafmedikamente einzunehmen.
Viele kennen die Voraussetzungen für guten Schlaf
Das Wissen über eine gesunde Schlafumgebung ist nach Angaben der AOK grundsätzlich groß. 93 Prozent wissen beispielsweise, dass eine ruhige Umgebung und eine angenehme Raumtemperatur zwischen 16 und 18 Grad den Schlaf unterstützen können.
Trotzdem reicht dieses Wissen offenbar nicht immer aus, um tatsächlich besser zu schlafen. Die AOK empfiehlt unter anderem feste Schlafroutinen, eine geeignete Schlafumgebung und Maßnahmen zur Stressreduzierung.
Gerade für Berufstätige könne auch die betriebliche Gesundheitsförderung eine Rolle spielen. Denn ausreichender und erholsamer Schlaf kann sich nicht nur auf das persönliche Wohlbefinden, sondern auch auf Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit im Berufsalltag auswirken.
