
Für Daniel Eckerdt von der TG Schweinfurt war es die erste Teilnahme an einer Karate-Weltmeisterschaft – und gleich ein internationaler Erfolg. Der 14-jährige Nachwuchssportler erreichte bei den Jugend-Weltmeisterschaften der World Karate Federation (WKF) im polnischen Bielsko-Biała den neunten Platz.
Eckerdt gehört dem U16-Bundeskader des Deutschen Karate

Verbandes (DKV) an und vertrat Deutschland in der Disziplin Kumite, dem sportlichen Zweikampf, in der Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm.
Bei den fünftägigen Weltmeisterschaften vom 14. bis 18. Oktober 2026 gingen rund 2.000 Athleten aus mehr als 100 Nationen in den Altersklassen U16 bis U21 an den Start.
Auftaktsieg gegen Lettland – dann wartet der Europameister
Bereits die Auslosung hatte es für den jungen Schweinfurter in sich. In seinem ersten Kampf traf Eckerdt auf Rihards Norko aus Lettland. Mit einem knappen, aber entscheidenden 1:0-Erfolg sicherte er sich den Einzug in die zweite Runde.
Dort wartete mit Mark Dorosh aus der Ukraine eine besonders schwierige Aufgabe. Der amtierende Europameister ließ dem Schweinfurter nur wenige Möglichkeiten, seine gewohnten Stärken auszuspielen.
Eckerdt musste sich schließlich mit 0:3 geschlagen geben.

Da Dorosh im weiteren Turnierverlauf das Finale erreichte, eröffnete sich für den TG-Kämpfer jedoch eine zweite Chance: Über die Trostrunde konnte er weiterhin um eine Bronzemedaille kämpfen.
Spannender Kampf gegen Ungarn – entscheidender Treffer kommt zu spät
In der Trostrunde traf Eckerdt auf den Ungarn Szabolcs Madarasz.
Der körperlich starke Gegner verlangte dem Schweinfurter erneut alles ab. Eckerdt fand zunehmend besser in seinen gewohnten Kampfstil und setzte den Ungarn unter Druck.
Die entscheidende Lücke in der gegnerischen Verteidigung konnte er allerdings nicht nutzen. Stattdessen gelang Madarasz ein Konter, mit dem er die Führung übernahm.
Besonders bitter: Mit der Schlusssirene gelang Eckerdt noch ein sehenswerter Fußtritt zum Kopf seines Gegners. Weil die Aktion jedoch erst nach Ablauf der regulären Kampfzeit erfolgte, wurde der Treffer nicht mehr gewertet.
Damit endete für den 14-Jährigen der Kampf um eine Medaille.
Mit 14 Jahren gegen teilweise ältere Gegner
Der neunte Platz ist für Eckerdt dennoch ein wichtiger Meilenstein seiner noch jungen sportlichen Laufbahn.
In der Altersklasse U16 treten Sportler aus zwei Jahrgängen gegeneinander an. Eckerdt gehörte dabei zu den jüngeren Teilnehmern und musste sich teilweise gegen ein Jahr ältere Kontrahenten behaupten.
Seine Platzierung zeigt, dass der Schweinfurter bereits auf höchstem internationalem Nachwuchsniveau konkurrenzfähig ist.
Auch für die Karate-Abteilung der TG Schweinfurt ist das Abschneiden ein Erfolg. Es bestätigt die intensive Trainingsarbeit und die kontinuierliche Entwicklung des Nachwuchssportlers in den vergangenen Jahren.
Nächste Ziele: Deutsche Meisterschaft und möglicherweise die Europameisterschaft
Eine längere Wettkampfpause ist für den jungen Schweinfurter

nicht vorgesehen.
Bereits Ende Oktober stehen die Hamburg Open auf dem Programm. Im November folgt die Deutsche Meisterschaft, bei der Eckerdt erneut sein Können unter Beweis stellen möchte.
Ein weiteres mögliches Ziel ist die Karate-Europameisterschaft im Februar 2027 in Armenien.
Zunächst sollen jedoch die Erfahrungen aus den Weltmeisterschaften in Polen ausgewertet werden. Gemeinsam mit seinem Trainer Thomas Zatloukal will Eckerdt die Erkenntnisse aus den internationalen Kämpfen im Training aufarbeiten.
Mit seinem neunten Platz bei der Jugend-WM hat der 14-Jährige jedenfalls gezeigt, dass mit ihm auch künftig auf internationaler Ebene zu rechnen ist.