Besorgte ältere Frau telefoniert zu Hause und hält ihre Geldbörse in der Hand. Symbolbild zur Warnung des Leopoldina-Krankenhauses Schweinfurt vor betrügerischen Schockanrufen.
Betrüger geben sich am Telefon als Klinikmitarbeiter aus und fordern Geld für angeblich lebensnotwendige Operationen. Das Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt warnt vor der Betrugsmasche. Symbolbild. Foto: KI-generiert

Betrüger fordern Geld für angebliche Notoperationen: Leopoldina-Krankenhaus warnt

Schweinfurt - Das Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt warnt eindringlich vor einer Betrugsmasche, bei der sich Kriminelle am Telefon als Krankenhausmitarbeiter ausgeben. Mit erfundenen medizinischen Notfällen setzen sie Angehörige gezielt unter Druck und fordern teilweise hohe Geldsummen. Die Masche tritt derzeit vermehrt in Bayern auf. Das Krankenhaus appelliert deshalb an die Bevölkerung, bei verdächtigen Anrufen besonders wachsam zu sein.

Angeblicher Notfall soll Angehörige in Panik versetzen

Die Betrüger gehen nach Angaben des Leopoldina-Krankenhauses besonders perfide vor. Sie rufen Menschen an und behaupten, ein naher Angehöriger sei nach einem schweren Unfall oder wegen einer lebensbedrohlichen Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert worden.

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Anschließend schildern die Anrufer eine dramatische Situation: Eine dringende Operation, eine lebensrettende Behandlung oder die weitere medizinische Versorgung sei nur möglich, wenn sofort Geld bezahlt werde.

Mit diesen erfundenen Geschichten versuchen die Täter, ihre Opfer in einen emotionalen Ausnahmezustand zu versetzen und zu schnellen Entscheidungen zu bewegen.

Die Angerufenen sollen möglichst keine Zeit bekommen, den angeblichen Notfall zu überprüfen oder andere Familienangehörige zu kontaktieren.

Leopoldina stellt klar: Keine Geldforderungen für Notoperationen

Das Schweinfurter Krankenhaus weist ausdrücklich darauf hin, dass medizinische Notfallbehandlungen niemals von einer vorherigen Geldzahlung abhängig gemacht werden.

Auch die Aufforderung, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände an angebliche Klinikmitarbeiter zu übergeben, ist ein eindeutiges Warnsignal.

Krankenhausbeschäftigte verlangen keine telefonischen Barzahlungen, um lebensnotwendige Behandlungen einzuleiten oder fortzusetzen.

Wer einen solchen Anruf erhält, sollte deshalb keinesfalls Geld überweisen oder Wertgegenstände übergeben.

Bayerisches Landeskriminalamt warnt ebenfalls

Die Betrugsmasche ist kein ausschließliches Schweinfurter Problem.

Bereits am 20. Oktober 2026 warnten die Bayerische Krankenhausgesellschaft und das Bayerische Landeskriminalamt gemeinsam vor betrügerischen Schockanrufen durch angebliche Klinikbeschäftigte.

Auch das Universitätsklinikum Würzburg hatte im September über konkrete Betrugsversuche informiert. Dort hatten sich Unbekannte als Klinikmitarbeiter ausgegeben und hohe Geldbeträge für die angebliche Behandlung von Angehörigen gefordert.

Die Fälle zeigen, dass die Täter gezielt das Vertrauen der Bevölkerung in medizinische Einrichtungen ausnutzen.

Auch künstliche Intelligenz macht Betrugsversuche gefährlicher

Nach Angaben der Bayerischen Krankenhausgesellschaft können Betrüger inzwischen auch künstliche Intelligenz einsetzen, um ihre erfundenen Geschichten glaubwürdiger erscheinen zu lassen.

Dadurch wird es für Angerufene unter Umständen schwieriger, einen Betrugsversuch sofort zu erkennen.

Betroffen sein können Menschen aller Altersgruppen. Entscheidend ist häufig nicht das Alter, sondern der emotionale Druck, den die Täter durch die angebliche Notlage eines Familienmitglieds erzeugen.

So sollten Sie bei einem verdächtigen Anruf reagieren

Das Leopoldina-Krankenhaus und die Polizei empfehlen folgende Verhaltensweisen:

  • Beenden Sie das Telefonat sofort, wenn Geld für eine angebliche Notoperation oder medizinische Behandlung verlangt wird.
  • Kontaktieren Sie den betroffenen Angehörigen direkt unter einer Ihnen bekannten Telefonnummer.
  • Übergeben Sie niemals Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände an unbekannte Personen.
  • Geben Sie am Telefon keine persönlichen Daten, Kontoinformationen oder Angaben zu Ihren finanziellen Verhältnissen weiter.
  • Rufen Sie im Zweifelsfall das betreffende Krankenhaus selbst über dessen offizielle Telefonnummer an.
  • Melden Sie verdächtige Anrufe der Polizei.

Die Polizei ist unter der Notrufnummer 110 erreichbar.

Leopoldina-Krankenhaus unter 09721 720-0 erreichbar

Wer einen verdächtigen Anruf erhält, bei dem sich jemand als Beschäftigter des Leopoldina-Krankenhauses ausgibt, kann sich direkt an die Klinik wenden.

Die offizielle Telefonnummer der Krankenhauszentrale lautet:

09721 720-0

Über diese Nummer können sich Angehörige mit der entsprechenden Station verbinden lassen und die Angaben überprüfen.

Das Krankenhaus rät ausdrücklich davon ab, sich auf Diskussionen mit mutmaßlichen Betrügern einzulassen.

Besonders wichtig ist es, auch Familienmitglieder, Freunde und ältere Angehörige über die Masche zu informieren.

Denn wer die Vorgehensweise der Täter kennt, kann in einer solchen Situation schneller reagieren und verhindern, dass aus einem Schockanruf ein finanzieller Schaden entsteht.

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