Ein Kind schaukelt auf einem Spielplatz – Symbolbild für Kindheit und Schutzbedarf

Sexuelle Gewalt an Kindern: Zwei Drittel der Täter stammen aus dem nahen Umfeld

Berlin/Schweinfurt -

Das Bundeskriminalamt hat heute sein aktuelles Lagebild zu sexualisierten Straftaten gegen Kinder veröffentlicht. Die Zahlen sind erschütternd: 16.354 Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern wurden im Jahr 2024 registriert. Hinzu kommen zehntausende weitere Straftaten im Bereich sexueller Nötigung und Vergewaltigung.

Besonders alarmierend ist, dass die Täter in der großen Mehrheit dem Kind bekannt sind. 93 Prozent der Fälle stammen aus dem näheren Umfeld, rund zwei Drittel sogar aus Familie oder Bekanntenkreis. Damit bestätigen die Zahlen, was Fachleute seit Jahren betonen: Die größte Gefahr für Kinder geht nicht von Fremden aus, sondern von Personen, denen sie vertrauen.

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Die Aufklärungsquote liegt laut Statistik bei über 83 Prozent, dennoch bleibt das Dunkelfeld riesig. Fachleute schätzen, dass bis zu eine Million Kinder und Jugendliche in Deutschland bereits sexualisierte Gewalt erfahren haben. Das bedeutet: Statistisch gesehen ist in nahezu jeder Schulklasse mindestens ein Kind betroffen.

Die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs fordert deshalb dringend mehr Präventionsarbeit und eine nationale Dunkelfeldstudie. Nur so könne das wahre Ausmaß sichtbar werden und Hilfsangebote zielgerichtet ausgebaut werden.

Hilfe und Prävention

Eltern und Bezugspersonen werden dazu aufgerufen, Warnsignale ernst zu nehmen und Kindern zuzuhören. Einrichtungen wie das Hilfetelefon „Sexueller Missbrauch“ (0800 22 55 530) stehen Betroffenen und Angehörigen vertraulich und kostenfrei zur Verfügung.

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